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Kolumne zum Zürcher StadtbildVerschandelung ist des Nachbarn liebstes Wort

Zürich ist zweisprachig, wenn es um Neubauten geht: Was Bauherrschaft und Behörden loben, wird im Quartier übel beschimpft.

Neubauten wie die städtische Siedlung an der Rautistrasse von Undend-Architekten in Altstetten werten Nachbarn anfänglich gern als Fremdkörper, während Fachleute meist die städtebauliche Einordnung loben.
Neubauten wie die städtische Siedlung an der Rautistrasse von Undend-Architekten in Altstetten werten Nachbarn anfänglich gern als Fremdkörper, während Fachleute meist die städtebauliche Einordnung loben.
Foto: Samuel Schalch 

Stadtbild Nr. 63

Im neuen Kunsthaus fand letzten Monat die Schlüsselübergabe statt. Stadtrat André Odermatt würdigte das 60 Meter lange und 21 Meter hohe Bauwerk: Es gibt sich trotz seiner hohen Präsenz vornehm zurückhaltend. Sein Hochbauamt hatte schon früher stets betont, das kompakte Volumen füge sich gut ins Stadtbild ein und stärke den städtebaulichen Rhythmus an der Rämistrasse.

Dieser Neubau sei ein Monstrum, ein Bunker, eine Katastrophe, eine Verschandelung, ein Fremdkörper, der mit seinem gewaltigen Volumen die gewachsene Struktur der Umgebung «aufs Gröbste und Unverantwortlichste» zerstört. So donnerten die Gegner vor der Volksabstimmung im November 2012, darunter der damalige AL-Gemeinderat und heutige Stadtrat Richard Wolff.

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