Zum Hauptinhalt springen

Neues Zürcher Restaurant im TestDie erste Schweizer Knödelbeiz

Zwei Freunde haben im Kreis 4 ein charmantes Restaurant eröffnet. Einer der beiden hat von einer Wienerin gelernt – von seiner Mutter.

Knödel und Bündner Charme: Die Inhaber David Csögl (l.) und Tolis Fragoudis.
Knödel und Bündner Charme: Die Inhaber David Csögl (l.) und Tolis Fragoudis.
Bild: Samuel Schalch

Dies ist die kurze Geschichte zweier Kumpel aus Chur, die mit der Idee eines Knödelbistros spielten, aber lange nicht den Mut hatten, eines zu eröffnen. David Csögl, einer der beiden, hat von seiner verstorbenen Wiener Mama handgeschriebene Knödelrezepte geerbt.

Schon früh wurde er in die Kunst der Zubereitung von Klössen eingeführt. Als er letztes Jahr mit seinem Freund Tolis Fragoudis auf einer Wanderung wieder einmal über die Bistro-Idee diskutierte und danach im libanesischen Restaurant Za’tar an der Brauerstrasse einkehrte, bot ihnen der Wirt aus heiterem Himmel an, das Lokal zu übernehmen (er selber wanderte zwei Häuser weiter).

Ein Wink des Schicksals. Die Quereinsteiger sagten zu, renovierten den Ort und tüftelten am kulinarischen Angebot. Csögl gab seinen Job in der Lichtbranche auf, Fragoudis arbeitet bis heute Teilzeit in der Film- und Fotoproduktion.

Gar nicht so mastig

Zwei Wochen nach der Eröffnung im März mussten sie wegen der Pandemie wieder schliessen. Hilfsgeld gabs nicht. Sie konnten ja keine Bilanz vorweisen. Das winzige Lokal, das seit ein paar Wochen wieder offen ist, ist ein Quartiertreffpunkt am Rande des Milieus mit vielen Stammgästen.

Beste Hausmannskost: Spinatsemmelknödel mit Nüsslisalat.
Beste Hausmannskost: Spinatsemmelknödel mit Nüsslisalat.
Bild: Samuel Schalch

Täglich bereitet Csögl die Klösse auf Semmelbasis frisch zu, was etwas dauern kann. Ohne auf die Karte zu schauen, lassen wir uns Spinatsemmelknödel mit Nüsslisalat (20.50 Fr.) bringen. Sie sind weniger mastig als gedacht – beste Hausmannskost.

Wir probieren auch in der Pfanne geröstete Knödelstückchen, die mit Salat samt Pfirsichstückchen serviert werden (22 Fr.), sowie eine süsse Variante: Marillenknödel mit Vanillesauce (9.50 Fr.). Letztere werden eigens für das Bistro in der Knödel-Factory in Meilen hergestellt, wo mit Jürgen und Olivia Leonhardsberger zwei weitere Knödelfans am Werk sind.