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Die Noten der FCZ-SpielerVom Rückhalt bis zum armen Hund

Mit einem 3:3 gegen Thun gehen die Zürcher in die kurze Sommerpause. 44 Spieler haben sie in den letzten zwölf Monaten eingesetzt – nicht alle sind so gut gewesen wie Yanick Brecher und Benjamin Kololli.

Als der FCZ in die Saison ging, verstand er sich als Spitzenclub. Ein 4. Platz sollte es sein. Davon ist er weit entfernt. Wenigstens einen Rekord hat er doch aufgestellt: Er setzte 44 Spieler ein – das sind mehr als jeder Club sonst seit 1933 und viel zu viele, um gleich alle zu benoten.

Yanick Brecher – Note 5

Yanick Brecherspielte eine gute Saison.
Yanick Brecherspielte eine gute Saison.
Foto: Keystone

Der beste FCZ-Spieler der Saison. Das will etwas heissen. Seine Mannschaft hat 72 Gegentore erhalten. Wären Captain Brecher und seine starken Reflexe nicht gewesen, es sähe noch schlimmer aus. Da spielt auch keine Rolle, dass er bei der Spielauslösung weiterhin viel Potenzial hat.

Kevin Rüegg – Note 4

Er soll dereinst für den FCZ die Kasse füllen und für Millionen verkauft werden. Doch der explosive Rechtsverteidiger hat in dieser Saison nicht gezündet. Schlimmer noch, er hat stagniert, was bei seinem Talent fast schon einem Verbrechen gleichkommt.

Bécir Omeragic – Note 4,5

Wenn er fit war, bestritt er jeden Match von Anfang an. Wiederholt belegte er, welches Talent er mit seinen 18 Jahren besitzt. Die Frage ist nur: Ist er beim FCZ am richtigen Ort, damit sein Talent nicht verkümmert?

Nathan – Note 3,5

Im Sommer sagte Thomas Bickel als Sportchef, dieTransfers sollten den Stil des FCZ abbilden. Einer dieser Transfers hiess Nathan, und Nathan war eine Wundertüte: im einen Spiel ein grossartiger Kämpfer, im nächsten ein Sicherheitsrisiko.

Willie Britto – Note 2

Sieben der ersten acht Spiele bestritt er über 90 Minuten. So lange brauchte auch Ludovic Magnin, um zu erkennen, dass Willie Britto keiner für die Super League ist. Der Verteidiger war ein Fehlgriff wie auch Denis Popovic.

Mirlind Kryeziu – Note 3,5

Seine Pässe bei der Angriffsauslösung sind gut. Sein Abwehrverhalten ist es weniger. Er stand immer wieder am Ursprung von Gegentoren, auch wegen seiner hüftsteifen Art.

Umaru Bangura – Note 3

In seinen besten Tagen war er der Abwehrchef. Seit Oktober bestritt er noch dreieinhalb Spiele. Er ist komplett vom Radar verschwunden und ein Spieler ohne Zukunft in Zürich.

Pa Modou – Note 3

Neben Janjicic und Tosin war er einer von drei Spielern, die nach einem Fehlstart in die Saison noch verpflichtet wurden. Er hat eine gute Art, auf Menschen zuzugehen, auf dem Platz half ihm das kein bisschen weiter.

Michael Kempter – Note 3,5

Er kam nach langer Leidensgeschichte zurück – und war sofort Stammspieler. Das spricht für ihn und gegen seine Konkurrenz auf der linken Abwehrseite, gegen Pa Modou, Charabadse und Pedersen. Erst brachte er Schwung, dann passte er sich der allgemeinen Tristesse an.

Hekuran Kryeziu – Note 3,5

Nach einem Kreuzbandriss brauchte er Zeit zur Eingewöhnung. An guten Tagen konnte er zeigen, weshalb er ein Spiel lenken kann. Mit den schlechten FCZ-Spielen fielen auch seine Schwächen auf: erstens eine destruktive Körpersprache und zweitens fehlt ihm die Gabe, die Mannschaft als Führungsspieler aus dem Dreck zu ziehen.

Simon Sohm – Note 4

Mann, kann der 19-Jährige Fussball spielen. Das sieht man in den Trainings und manchmal sogar in den Spielen. Doch statt mit seinen Talenten herauszustechen, passte er sich seiner Umgebung an.

Toni Domgjoni – Note 3,5

Stammspieler, unbestritten. Und sonst? Es bleibt bei ihm nicht viel mehr hängen als die Frage, warum auch er auf Dauer keine Fortschritte gemacht hat.

Vasilije Janjicic – Note 3

Beim FCZ waren sie stolz, dass er im Spätsommer aus Hamburg zurückkam. Er war ja einer, der bei ihnen ausgebildet worden war. So richtig nachgewirkt hat das aber nicht mit der Ausbildung. Janjicic ist durchgefallen.

Antonio Marchesano – Note 4

Es soll Leute geben, die 70 Franken Eintritt zahlen würden, um ihn spielen zu sehen. Ja, er ist ein feiner Fussballer, der gut spielt, wenn es der Mannschaft gut läuft. Aber er ist keiner, der sie mitreisst, wenn es ihr nicht läuft.

Adrian Winter – Note 3

Lange war er am Knie verletzt. Seit er Anfang Jahr das Comeback gab, konnte er nicht ein einziges Mal belegen, warum es für ihn mit 34 Jahren eine Zukunft beim FCZ geben soll.

Marco Schönbächler – Note 3,5

Was ist bloss mit ihm geschehen? Marco Schönbächler spielte zuletzt, als hätte er alle seine Gaben verloren. Je länger der Zustand anhält, umso grösser wird die Frage: Sind seine besten Tage längst vorbei?

Benjamin Kololli – Note 4,5

In der Hinrunde musste man ihn suchen. Verletzungen und Formtiefs standen ihm im Weg. Nach der Corona-Pause war er ein anderer Spieler – trickreich, torgefährlich, gut. Und trotzdem war er ein armer Hund, die Kollegen in der Offensive liessen ihn im Stich. Ohne ihn hätten die FCZ-Spiele noch trister ausgesehen.

Mimoun Mahi – Note 3,5

Könnte ein Künstler sein und ein Lockvogel für den Spielbesuch. War aber meist verletzt. Man hat sich viel mehr von ihm erhofft.

Aiyegun Tosin – Note 5

Dieser Mann war aus Transfersicht ein Volltreffer. Er kam und traf. Er hat ein Tempo, das die Gegner überfordert, und einen Schuss, der einschlägt. Seine Verletzung kurz vor Saisonende traf die Mannschaft hart und zeigte seine Wichtigkeit erst recht.

Blaz Kramer – Note 3,5

Wenn man so einen holen könne, müsse man zugreifen, sagte Sportchef Bickel Anfang Saison. Kramer hatte gute Phasen, doch auch viele schlechte. Das sah meist beklagenswert aus. Er traf aus nächster Distanz nicht, schlitterte am Ball vorbei, verwarf die Hände. Ein Sinnbild für den FCZ.