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Inspiration fürs HeimkinoVon Kuba nach Schweden: Unsere Streaming-Tipps der Woche

Die Filme der Woche erzählen von einem Proletarier in Kuba, einen Jazzclub in Paris, einer Familie in Südkorea und einem Riesen in Schweden.

«The Eddy»:  Clubbesitzer Elliot (André Holland, r.) bekommt Besuch von seiner Tochter (Amandla Stenberg).
«The Eddy»: Clubbesitzer Elliot (André Holland, r.) bekommt Besuch von seiner Tochter (Amandla Stenberg).
Bild: zvg

The Eddy

Serie von Damien Chazelle und Jack Thorne, USA/F 2020

Die Musik ist gut, oft sind ganze Stücke zu hören, vorgetragen von einer Band mit einer missgelaunten Sängerin. Manchmal kommen aber auch Schläger in den Pariser Nachtclub, einer der Besitzer ist in dubiose Geschäfte verwickelt. Aus diesem Mix besteht die Serie «The Eddy», hinter der unter anderen «La La Land»-Regisseur Damien Chazelle steht. Ein hochkarätiges Musik- und Schauspielensemble kommt dabei zusammen, die Sängerin wird von Joanna Kulig aus dem polnischen Oscarfilm «Cold War» gespielt. Misstöne gibt es auch, aber das gehört zum Reiz dieses Unterfangens. (ml)

Auf Netflix

La muerte de un burocrata

Satire von Tomás Gutiérrez Alea, Kuba 1966; 85 min.

Ein kubanischer Proletarier wird von seiner Maschine, die Gipsbüsten produziert, getötet. Um dem Mann die letzte Ehre zu erweisen, gibt man ihm sein Arbeitsbuch ins Grab. Doch ohne Buch gibts für die Witwe (Silvia Planas) keine Rente. So liegt es am Neffen (Salvador Wood), eine Exhumierung zu veranlassen, was zu einem Spiessrutenlauf durch allerlei Bewilligungsinstanzen führt. 1966 drehte Tomas Gutierrez Alea diese Satire auf Pedanten und Paragrafenreiter. Und da nebenbei noch die halbe Filmgeschichte zitiert wird, ist das auch eine wunderbare Hommage ans Kino. (zas)

Auf Filmingo

Parasite

Satire von Bong Joon-ho, SKor 2019; 132 min.

Die vierköpfige Familie Kim wohnt in einem Kellerloch und klaut ihr Wifi von den Nachbarn. Da erhält der Sohn eine Stelle als Nachhilfelehrer bei den stinkreichen Parks, die in einer modernen Villa auf einem Hügel leben. Durch Tricks und Intrigen verschafft er auch seiner Schwester und den Eltern Jobs im Haushalt der Mehrbesseren, aber ihre Position ist alles andere als gesichert. Unten die Armen, oben die Reichen – diese Satire auf die Klassengesellschaft ist nicht immer wahnsinnig subtil, aber ihre Bilder sind sehr greifbar. Und der Film ist sehr lustig. In einer Szene spielt übrigens die Schweiz eine kleine Rolle. (ggs)

Auf Cinefile, Google Play, Hollystar, iTunes, Rokuten TV, Teleclub

The Giant

Drama von Johannes Nyholm, S 2016; 96 min.

Rikard (Christian Andrén) ist autistisch und körperlich deformiert, hat aber ein grosses Talent für den Kugelsport Boule. Er träumt davon, die nordische Meisterschaft in Kopenhagen zu gewinnen – vielleicht will ihn dann auch seine Mutter zurück, die ihn damals nach seiner Geburt weggegeben hat. Aber seine Gesundheit macht ihm zu schaffen. Und in welcher Verbindung steht er zu dem Riesen, der plötzlich aus der schwedischen Wildnis auftaucht? Der Spielfilmerstling von Johannes Nyholm mischt Dokumentarisches mit Märchenhaftem und erinnert dabei an «Gräns». Ganz so unkonventionell ist «The Giant» zwar nicht, aber doch bewegend und lustig. (ggs)

Auf Myfilm, Outside the Box