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Analyse zum BrexitVon nationaler Erneuerung kann keine Rede sein

Boris Johnson feiert den Vertrag mit der EU als grossen persönlichen Erfolg. Am Ende musste er aber doch in vielen Punkten klein beigeben.

«Unleashing Britain’s potential»: Boris Johnson sieht die Zukunft Grossbritanniens ausserhalb der EU rosig. Zu Recht?
«Unleashing Britain’s potential»: Boris Johnson sieht die Zukunft Grossbritanniens ausserhalb der EU rosig. Zu Recht?
Foto: Frank Augstein (Keystone) 

Boris Johnson hat sein Ziel erreicht. Sein Land wird endgültig von der EU abgekoppelt. Brexit war ja sein Schlachtruf vom Frühjahr 2016 an. Noch vor den Wahlen des letzten Dezember hatte er den Wählern versprochen, er werde den Austritt nun endlich «über die Bühne bringen». Im Monat darauf sah man das Vereinigte Königreich seine Mitgliedskarte in Brüssel abgeben. Jetzt, in der Nacht auf Freitag, verlassen die Briten auch Binnenmarkt und Zollunion. Damit, glaubt Johnson, sei sein Auftrag erfüllt.

Die zu Weihnachten mit der EU getroffene Vereinbarung betrachtet der Premier dabei als seinen persönlichen Triumph. Er habe, meint er, seinen Landsleuten «die Kontrolle über ihre Geschicke» wiedergegeben, ohne dass ihnen der kommerzielle Zugang zum grossen Markt jenseits des Ärmelkanals genommen worden sei. Zollfreier Warenverkehr mit dem EU-Bereich soll nun kombiniert werden mit gleichzeitiger eigener Konkurrenzfähigkeit, mit neuen Handelsprivilegien. Schatzkanzler Rishi Sunak sagt «risikofreudigem» Kapital bereits schöne Profite voraus.

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