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ETH will Studiengebühren bis 2018 erhöhen

Der Bund sieht Ausgabenkürzungen im Bereich Bildung vor. Der ETH-Rat schnürt deshalb ein 200-Millionen-Sparprogramm.

Sparen und Verzichten an den Hochschulen: Vorlesungssaal der ETH Lausanne. (Symbolbild)
Sparen und Verzichten an den Hochschulen: Vorlesungssaal der ETH Lausanne. (Symbolbild)
Sedrik Nemeth, Keystone

Die ETH Zürich, die EPFL und die vier Eidgenössischen Forschungsanstalten müssen den Gürtel enger schnallen. Weil der Bund in den Jahren 2017 bis 2020 die Ausgaben für Bildung, Forschung und Innovation (BFI) bremst, sollen im ETH-Bereich in den kommenden vier Jahren insgesamt 200 Millionen Franken gespart werden.

Statt des beantragten Wachstums von 3,5 Prozent sind für den ETH-Bereich in der BFI-Botschaft 2017-2020 des Bundesrats nur 1,5 Prozent vorgesehen. Dies würde gegenüber der Finanzplanung des ETH-Rats zu 830 Millionen Franken weniger Mitteln führen, wie der ETH-Rat am Montag mitteilte.

Umfassendes Sparpaket in die Wege geleitet

Die Finanzmittel 2017 stehen zwar noch nicht definitiv fest, doch der ETH-Rat hat bereits ein umfassendes Spar- und Verzichtspaket in die Wege geleitet. Dabei werden auch Projekte von landesweiter Bedeutung nicht verschont, wie das Hochleistungsrechenzentrum CSCS der ETH Zürich in Lugano und der SwissFEL (Freie-Elektronen-Röntgenlaser) am PSI in Würenlingen.

Einschnitte geben wird es auch bei Bau- und Sanierungsvorhaben sowie bei den Betriebsbudgets der Institutionen. Ausserdem müssen die Studierenden mit höheren Studiengebühren rechnen. Zurzeit werde eine sozialverträgliche Erhöhung ab Herbstsemester 2018 geprüft, heisst es in der Mitteilung.

ETH-Bereich braucht ausländische Fachkräfte

Eine weitere wichtige politische Weichenstellung stehe mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative bevor. Die zwei Hochschulen und vier Forschungsanstalten seien auf hochspezialisierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, um sich an der Spitze zu behaupten. So arbeiten am PSI Mitarbeitende aus 64 Ländern.

Forschende und ihre Familien müssten daher von einer Kontingentierung ausgenommen werden oder Hochschulen und Forschungsinstitutionen müssten ein separates Kontingent erhalten, schreibt der ETH-Rat. Damit die Schweiz nicht zum Jahresende aus dem EU-Förderprogramm Horizon 2020 ausgeschlossen werde, sei eine baldige Ratifizierung des Kroatien-Protokolls von grosser Bedeutung.

Betreuungsverhältnis verschlechtert

Im vergangenen Jahr haben ETH-Zürich und ETH-Lausanne (EPFL) mit 29'357 eingeschriebenen Personen einen neuen Höchstwert erreicht. Das Wachstum betrifft alle Stufen, wie es im Geschäftsbericht 2015 heisst. Seit 2006 ist die Zahl der Studierenden und Doktorierenden um knapp 60 Prozent gestiegen.

Der Finanzierungsbeitrag des Bundes nahm in dieser Zeit nur um 30 Prozent zu, was sich negativ auf das Betreuungsverhältnis ausgewirkt hat: 2015 betreute ein Professor im Schnitt 37 Studierende und Doktorierende. Das sind laut Mitteilung 15,5 Prozent mehr als vor zehn Jahren.

Verbesserung trotz finanziellen Engpässen

Trotz des engeren finanziellen Spielraums habe sich die beiden Hochschulen in den internationalen Rankings weiter verbessert. Im weltweiten Times Higher Education Ranking (THE) erreichte die ETH Zürich erstmals einen Platz unter den Top Ten und die EPFL verbesserte sich von Rang 34 auf Rang 31.

Der ETH-Rat ist das strategische Führungs- und Aufsichtsorgan des ETH-Bereichs. Zu diesem gehören neben den beiden Hochschulen ETH Zürich und EPFL die vier Eidgenössischen Forschungsanstalten PSI, WSL, Empa und Eawag.

(SDA)

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