Das Wahlmobil besucht Thomas Minder

Tagesanzeiger.ch/Newsnet tourt mit einem Video-Team ab sofort durch die Deutschschweiz und besucht National- und Ständeratskandidaten. Leser können die Auftritte der Politiker bewerten. Erste Folge: Thomas Minder.

Kandidaten-Casting: Wahlmobil von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. (Video: Jan Derrer)

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Ob Jungpolitiker oder routinierter Politfuchs: Jeder Kandidierende hat beim Besuch unseres Wahlmobils die Gelegenheit, vor der Videokamera 60 Sekunden zu sagen, weshalb man gerade ihn oder sie wählen soll. Die Leser können anschliessend bewerten, wie glaubwürdig, rhetorisch überzeugend und originell der Auftritt vor der Kamera war.

Erste Station des Wahlmobils ist Neuhausen am Rheinfall. Das Reporter-Team um Jan Derrer hat dort Thomas Minder in seiner Altbauwohnung besucht. Der Parteilose wurde durch die Abzockerinitiative landesweit bekannt und kandidiert nun für den Ständerat. Minder ist auch Unternehmer, ihm gehört die Trybol AG, die unter anderem kosmetische Produkte herstellt und vertreibt. Die Büros befinden sich auf der gleichen Etage wie seine schmucke Wohnung. Der Arbeitsweg sei entsprechend kurz, manchmal zu kurz, schmunzelt Minder.

Parlament genau auf die Finger schauen

Minder führt die Besucher ins Wohnzimmer. An den Wänden hängen zeitgenössische Werbeplakate, im Wohnzimmer fällt einem das Poster einer Hodler-Ausstellung auf. Auf dem Tisch liegt ein grosser Bildband: «Vögel der Schweiz». Minder ist Hobby-Ornithologe. Und mit dem Feldstecher, der auf einer Kommode liegt, würde er wohl auch gerne dem Parlament bei der Arbeit genauer auf die Finger schauen.

Der Stapel mit Lokalzeitungen ist ein Beleg seines Wahlkampfes. Er schlägt eine Seite auf und zeigt ein ganzseitiges Inserat, wo er schreibt, welchen Standpunkt er bei den brennenden Themen vertritt. Als Parteiloser sei es besonders anspruchsvoll, einen Wahlkampf zu führen. Man müsse der Bevölkerung seine Position erst recht mitteilen, was er nun vordergründig über Zeitungsinserate tue. Minder legt Wert auf die Feststellung, dass er den Wahlkampf selber finanziert.

«Mehr Lobbyisten als Volksvertreter»

Während sich das Reporter-Team im Wohnzimmer auf den Dreh vorbereitet, sprechen wir Minder auf Bundesbern an – und er gerät sofort in Fahrt. Die Situation im Parlament in Bern sei festgefahren, was bereits auch wieder die aktuelle Session dokumentiere. «Es braucht schnellere Entscheide, aber im Bundeshaus sitzen mehr Lobbyisten als Volksvertreter – deshalb geht es bei wichtigen Fragen einfach nicht vorwärts.» Das Thema Bonisteuer sei ein Paradebeispiel dafür.

Er findet, dass das Parlament einen wie ihn brauche, der mal im richtigen Moment auf den Tisch klopfe, Unangenehmes anspreche und damit auch anecke. «Ich habe keine Interessenbindung und bin keiner Partei verpflichtet.» Auch nach der Wahl will er unabhängig bleiben und sich keinen parteilosen Bündnissen anschliessen: «Nur so bleibe ich glaubwürdig.»

Der Kameramann ist bereit, Thomas Minder setzt sich auf den Sessel, die 60 Sekunden für das Video laufen. Er spricht genauso engagiert in die Kamera wie wenige Minuten zuvor. Und alles sitzt beim ersten Versuch.

In den nächsten Tagen ist das Wahlmobil bei Oskar Freysinger und Linda Bär zu Gast.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.09.2011, 07:20 Uhr

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On Tour: Video-Reporter Jan Derrer.

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Für Umweltschutz und restriktive Migrationspolitik: Thomas Minders politisches Profil. (Bild: smartvote.ch)

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