Das sind die Neulinge in National- und Ständerat

Diese Politikerinnen und Politiker gehen erstmals nach Bern oder wurden in ein neues Amt gewählt.

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In Zürich sind nach Auszählung aller Stimmen mehrere Neulinge in den Nationalrat gewählt worden: Der unterlegene Ständeratskandidat der Grünen, Balthasar Glättli, hat den Sprung nach Bern geschafft und wird dort gemeinsam mit Daniel Vischer und Bastien Girod den Kanton vertreten. Für die SP haben Jacqueline Badran und Markus Naef Sitze errungen, ausserdem der chancenlose Ständeratskandidat Thomas Hardegger.

Auch in der Mitte und im rechten Lager werden sich Politiker ein Zimmer in Bern nehmen. Für die SVP zieht Hans Egloff neu in den Nationalrat ein; bei der BDP heissen die Neuen Lothar Zioerjen und Rosmarie Quadratie Stahel. Für die Grünliberalen wird der Präsident der Kantonalen Partei ins Bundeshaus gehen: Thomas Maier.

Drei Neue aus dem Kanton Luzern

Im Kanton Luzern haben die Grünliberalen (GLP) einen Sitz im Nationalrat erobert. Nach den Kantonsratswahlen vom Frühling, als die Partei auf Anhieb Fraktionsstärke erzielte, ist dies der zweite Erfolg der Luzerner GLP innerhalb weniger Monate. Gewählt wurde der 46-jährige Roland Fischer, der in der eidgenössischen Finanzverwaltung arbeitet.

Die CVP bleibt stärkste Luzerner Partei und schickt weiterhin drei Personen in den Nationalrat. Der ehemalige Kommandant der päpstlichen Schweizergarde, Pius Segmüller, schaffte die Wiederwahl aber nicht. Er wurde vom 53-jährigen Anwalt Leo Müller verdrängt.

Die FDP verteidigte ihre beiden Sitze. Otto Ineichen erreichte gar das beste Resultat aller Gewählten. Neu gewählt wurde der 56-jährige Albert Vitali. Vitali ersetzt Georges Theiler, der nicht mehr kandidierte.

Aargau: SVP mit geringem Verlust

Im Kanton Aargau bleibt die SVP die stärkste Partei; sie konnte alle ihre sechs Sitze halten. Die Partei eroberte 34,74 Wählerprozente. Das ist ein Verlust von 1,45 Prozentpunkte im Vergleich zu vor vier Jahren. Für die SVP zieht der bisherige Ständerat Maximilian Reimann neu in den Nationalrat ein. Der 69-jährige Politiker hatte bereits von 1987 bis 1995 der grossen Kammer angehört.

Die BDP eroberte auf Anhieb einen Wähleranteil von 6,14 Prozent und gewann mit Grossrat und Kantonalpräsident Bernhard Guhl erstmals einen Nationalratssitz. Im Kantonsparlament gehört die BDP der CVP-Fraktion an. Die Grünliberalen eroberten mit einem Wähleranteil von 5,67 Prozent einen Nationalratssitz: Grossrat Beat Flach machte das Rennen.

Basel-Stadt: CVP-Neuling nach Bern

Die CVP hat in Basel-Stadt den Grünen einen Nationalratssitz abgenommen. Die Grünen legten zwar zu, doch ihr Partner SP verlor. So profitierte die CVP als stärkste Kraft der neuen Mitte-Allianz mit der GLP. Die SP behielt zwei Sitze, FDP und SVP je einen.

Einen CVP-Sitz nimmt neu Markus Lehmann (4172) ein, ein 56-jähriger Versicherungsbroker und amtierender Grossratspräsident. Wieder gewählt wurden Beat Jans (22'227 Stimmen) und Sylvia Schenker (18'444) in die grosse Kammer. Bestätigt wurden auch Peter Malama (14'115) für die FDP und Sebastian Frehner (11'197) für die SVP.

FDP verteidigt ihren Sitz in Baselland

Im Kanton Baselland bleibt die Verteilung der Nationalratssitze unverändert. Die von der BDP bedrängte FDP konnte ihr Mandat halten: Für sie zieht Daniela Schneeberger in den Nationalrat ein. Innerhalb der SVP hat der Neuangetretene Thomas de Courten den Bisherigen Christian Miesch verdrängt.

Zwei Neulinge aus dem Kanton Freiburg

Die Freiburger Vertretung im Nationalrat besteht auch weiterhin aus vier Bürgerlichen und drei Linken. Die einzige Freiburger CSP-Nationalrätin, Marie-Thérèse Weber-Gobet, wurde abgewählt. Der Sitz der CSP geht neu an die SP. Die Sozialdemokraten werden damit mit neu drei Sitzen ( 1) die stärkste Partei im Kanton Freiburg. Neben den beiden Bisherigen Christian Levrat und Jean-François Steiert wird die SP-Delegation neu durch Valérie Piller Carrard verstärkt.

Für die CVP wurde Christine Bulliard-Marbach neu in die grosse Kammer gewählt, neben der Bisherigen Dominique de Bumann. Bulliard-Marbach ersetzt Thérèse Meyer-Kaelin, die als Einzige der sieben Freiburger Volksvertreter nicht mehr angetreten war.

Im Kanton Neuenburg wurde der Liberale Alain Ribaux neu in den Nationalrat gewählt.

Im Wallis hat die CVP ihre Vormachtsstellung eingebüsst. Sie muss einen Nationalratssitz an die SP abtreten. Für die SP wird neu der 24-jährige Mathias Reynard in den Nationalrat einziehen.

Neue Gesichter aus dem Thurgau

Dank einer Listenverbindung mit BDP, EVP, EDU haben die Grünliberalen den frei werdenden Nationalratssitz von Werner Messmer (FDP) ergattert. Die Partei, die im Thurgau erstmals antrat und auf einen Stimmenanteil von über 5 Prozent kommt, schickt Thomas Böhni nach Bern. Der 47-jährige Maschineningenieur aus Frauenfeld bekam 5736 Stimmen, was wegen der Listenverbindung reichte.

Bei der SVP ersetzt Markus Hausammann den zurückgetretenen J. Alexander Baumann. Der 47-jährige Landwirt wohnt in Langrickenbach. Er holte den dritten SVP-Sitz mit 20'604 Stimmen.

SP: Wermuth freut sich auf Twitter

Jubel auf Twitter und Facebook: Cedric Wermuth, der bekannte Juso-Politiker, ist für die SP in den Nationalrat gewählt worden. Laut seinen Angaben auf den Netzwerken hat er mit 40'775 Stimmen den zweiten Platz erreicht.

Im Kanton Schwyz hat die SVP einen ihrer bisher zwei Nationalratssitze an die FDP verloren. Damit stellen neu SVP, CVP, FDP und SP je einen Vertreter in Bern. Neu ziehen Petra Gössi (FDP) und Alois Gmür (CVP) in die grosse Kammer. Die Stimmbeteiligung lag bei 50,4 Prozent.

Jura: Aus für SVP-Nationalrat Baettig

Dominique Baettig (SVP) ist als jurassischer Nationalrat definitiv abgewählt: Der SVP-Nationalratssitz geht neu an Jean-Paul Gschwind von der CVP. Damit konnte die C-Partei ihren 2007 an die SVP verloren gegangenen Sitz zurückerobern. Für die SP wurde Pierre-Alain Fridez gewählt, der damit die Nachfolge von Parteikollege Claude Rennwald antritt.

Laut definitiven Auszählungen erhielt Fridez mit 7132 am meisten Stimmen, gefolgt von Gschwind (6556). Baettig folgt abgeschlagen auf dem fünften Platz mit nur gerade 2945 Stimmen.

Uri: Baumann in den Ständerat gewählt

Im Kanton Uri wurde bei den Ständeratswahlen Isidor Baumann (CVP) als einziger der vier Kandidaten im ersten Wahlgang gewählt. Bei einem absoluten Mehr von 6'118 Stimmen erzielte der amtierende Regierungsrat 7'120 Stimmen und verteidigte somit den Sitz des zurückgetretenen CVP-Ständerats Hansheiri Inderkum.

Der 56-Jährige Baumann tritt im Frühjahr 2012 aus der Urner Regierung zurück. Nicht im ersten Anlauf schaffte der Grünliberale Markus Stadler die Wiederwahl in den Ständerat. Er verpasste das absolute Mehr um 996 Stimmen.

Graubünden: Erfolg für Grünliberale

Graubünden hat erstmals einen grünliberalen Nationalrat, den Churer Unternehmer und politischen Senkrechtstarter Josias Gasser. Je einen Sitz holten auch BDP, CVP und SP und SVP. Die SP schickt eine alte Bekannte nach Bern: Kantonsschullehrerin Silva Semadeni aus Chur, die schon 1995 bis 1999 in der grossen Kammer politisierte. Neuer CVP-Nationalrat ist der Bündner Oberländer Martin Candinas, und für die SVP holte der Jurist und ehemalige Chef der Fremdenpolizei, Heinz Brand, einen Sitz.

Der Bündner FDP-Nationalrat Tarzisius Caviezel hat die Wiederwahl verpasst. Der Freisinn ist damit erstmals seit Einführung der Proporzwahl im Jahre 1919 nicht mehr in der grossen Kammer vertreten.

Glanzvoller Sieg für Keller-Sutter

Die St. Galler FDP-Kandidatin Karin Keller-Sutter ist souverän in den Ständerat gewählt worden. Die 47-jährige Justizdirektorin erhielt im ersten Wahlgang 101'181 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 78'357 Stimmen. Die anderen Kandidierenden schafften die Wahl nicht. Am zweitmeisten Stimmen erhielt Toni Brunner. Mit 56'347 Stimmen lag der Parteipräsident der SVP noch vor dem Bisherigen Eugen David von der CVP, der 47'774 Stimmen auf sich vereinte.

SP-Herausforderer Paul Rechsteiner errang 44'348 Stimmen, Yvonne Gilli von den Grünen erhielt 24'183 Stimmen. Jürg Gehrig von der BDP ist mit 5311 Stimmen weit abgeschlagen. Auf Vereinzelte entfielen 2451 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 51,7 Prozent. Der zweite Wahlgang findet am 28. November statt. Die Parteien haben bis Dienstagabend Zeit, ihre Wahlvorschläge einzureichen.

Bei der Nationalratswahl haben die Grünliberalen im Kanton St.Gallen erstmals einen Sitz gewonnen. Als Neuling wird Patientenschützerin Margrit Kessler in der grossen Kammer politisieren. Für die CVP wird neu Markus Richter einen Sitz bekommen. Er wurde mit 18'395 Stimmen gewählt.

FDP-Sieg in Zug, SVP-Sieg im Thurgau

Die Zuger FDP hat ihren Sitz im Ständerat mit Gesundheitsdirektor Joachim Eder erfolgreich verteidigt. Er erzielte mit 22'571 Stimmen das beste Resultat und wird den abtretenden Rolf Schweiger beerben. Der Bisherige, Peter Bieri von der CVP, wurde problemlos bestätigt. Peter Bieri erhielt 21'076 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,51%.

Im Kanton Thurgau ist Roland Eberle (SVP) im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt worden. Der ehemalige Regierungsrat und Bundesratskandidat holte 40'688 Stimmen, bei einem absoluten Mehr von 33'358 Stimmen. Die anderen Kandidaten schafften die Wahl nicht.

Zug: Lang hat sein Mandat verloren

Die FDP hat ihr Ziel erreicht: Sie konnte ihren vor acht Jahren verlorenen Sitz zurückgewinnnen. Dies auf Kosten der Linken, die ihren einzigen Sitz, jenen von Josef Lang (Alternative), verloren haben. Eine Überraschung ist auch die Wahl von Thomas Aeschi (SVP), der seinen Parteikollegen Marcel Scherer aus dem Amt verdrängte.

Das beste Resultat erzielte Gerhard Pfister. Er holte 13'436 Stimmen. Auf Platz zwei rangiert Thomas Aeschi, der aus dem Stand 11'646 Stimmen holte. Bruno Pezzati konnte 6'841 persönliche Stimmen auf sich vereinen. Der FDP half die Listenverbindung mit der CVP. Die beiden Parteien konnten so viele Stimmen auf sich vereinen, dass es für je einen Sitz reichte.

Josef Lang ist der Verlierer in dieser bürgerlichen Allianz. Er erreichte zwar mit 8'549 viele persönliche Stimmen, es reichte der Alternativen - den Grünen aber nicht für einen Sitz. Die Generalsekretärin der Grünen Schweiz, Miriam Behrens, zeigte sich am Schweizer Fernsehen schockiert: Man habe «absolut nicht» mit einer Abwahl Langs, einem ausgezeichneten Politiker, gerechnet.

Aargau: Bruderer holt Ständeratssitz für SP

Das Aargauer Volk hat Nationalrätin Pascale Bruderer (SP) im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt. Die bisherige Ständerätin Christine Egerszegi (FDP) scheiterte knapp am absoluten Mehr. Auf dem dritten Platz landete SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner.

Mit der Wahl von Nationalrätin Bruderer eroberte die SP im Aargau erstmals nach über 60 Jahren einen Sitz im Ständerat. Die 34-jährige Bruderer erhielt 93'276 Stimmen und übersprang damit als einzige Kandidatin das absolute Mehr von 89'905 Stimmen.

Die bisherige FDP-Ständerätin Egerszegi verpasste ihre erste Wiederwahl. Die 63-jährige Politikerin erhielt 88'822 Stimmen und blieb damit um nur 1083 Stimmen unter dem absoluten Mehr. Vor vier Jahren war Egerszegi mit einem sehr guten Resultat in die kleine Kammer gewählt worden.

Obwalden: Vogler verdrängt Von Rotz

Eine Allianz der Obwaldner FDP, CSP und SP brachte den christlichsozialen Karl Vogler in den Nationalrat und verdrängt somit den bisherigen SVP-Nationalrat Christoph von Rotz, der erst vor vier Jahren in den Nationalrat gewählt wurde. Auch die CVP stellte sich hinter Vogler, nachdem der CVP-Kandidat das Handtuch warf. Der Der 55-jährige Anwalt und ehemalige Kantonsrat Karl Vogler will sich in Bern der CVP-Fraktion anschliessen.

In Appenzell Ausserrhoden wurde der 31-jährige Andrea Claudio Caroni von der FDP neu in den Nationalrat gewählt. Er liess den SVP-Kandidaten, Finanzdirektor Köbi Frei (SVP), überraschend klar hinter sich.

Auch der Kanton Appenzell Innerrhoden hat einen neuen Nationalrat: Der CVP-Politiker Daniel Fässler wurde mit 3107 Stimmen gewählt.

Nidwalden: SVP-Kandidat setzt sich durch

Der Kanton Nidwalden wird im Nationalrat neu nicht mehr von der FDP, sondern von der SVP vertreten. Die Stimmberechtigten wählten Peter Keller, Redaktor der «Weltwoche» in den Nationalrat. Er ersetzt den nicht mehr antretenden Edi Engelberger (FDP). Auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet kommentiere Roger Köppel: «Herzliche Gratulation an Peter Keller. Klasse und Qualität haben sich durchgesetzt. Als Chefredaktor der ‹Weltwoche› sehe ich keine Interessenkonflikte. Lieber einen kritischen Journalisten im Parlament als ein unkritischer Staatspolitiker.»

Mit der Wahl Kellers konnte die SVP ihre politische Stellung im Kanton definitiv festigen, nachdem sie letztes Jahr stärkste Landratsfraktion wurde. Die SVP gibt es in Nidwalden erst seit zwölf Jahren. Keller erzielte 8060 Stimmen, Heinz Risi von der FDP 6273. Damit verliert die FDP in Nidwalden nach 16 Jahren wieder ihren Nationalratssitz. Die Wahlbeteiligung betrug 60,9 Prozent.

Graubünden: Engler und Schmid im Ständerat

Die neuen Bündner Ständeräte heissen Stefan Engler (CVP) und Martin Schmid (FDP). Die beiden einzigen Kandidaten für die kleine Kammer schafften die Wahl wie erwartet völlig problemlos und mit überragenden Ergebnissen.

Auf den früheren Baudirektor Stefan Engler entfielen 37'454 Stimmen, auf den amtierenden Finanzdirektor Martin Schmid 31'224. Das absolute Mehr lag bei 19'748 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 40,03 Prozent. Engler und Schmid folgen auf die langjährigen Ständeräte Christoffel Brändli (SVP) und Theo Maissen (CVP).

Erstellt: 23.10.2011, 13:27 Uhr

Die Schweiz wählt

National- und Ständeratswahlen vom
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