Wahlmobil

Wahlmobil: Eine Frau will den Kapitalismus überwinden

Das Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Wahlmobil fährt zu seinem zweiten Etappenziel. Vor der Kamera präsentiert sich Linda Bär, Nationalratskandidatin für die Zürcher Jungsozialisten.

«Wir sind schon etwas privilegiert, hier zu wohnen»: Linda Bär, SP Zürich. (Video: Jan Derrer)

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Steil steigen die Quartierstrassen oberhalb des Hottingerplatzes in Zürich an. Die Gegend ist ruhig, herrschaftliche, etwas heruntergekommene Mehrfamilienhäuser prägen das Bild. In einem von ihnen wohnt Linda Bär, Gemeinderätin und Nationalratskandidatin für die junge SP. Zusammen mit einer Kollegin und einem Kollegen hat sie sich im Parterre des Hauses eine gemütliche WG eingerichtet. Jede der Mitbewohnerinnen hat ein Zimmer, in der Stube stehen Couch und Fernseher. Auf dem Esstisch liegen Flugblätter der Zürcher Jungpolitikerin, in der Ecke steht ein Blumenstrauss, den sie vom Parteikollegen Patrick Angele erhalten hat.

«Wir sind schon etwas privilegiert, hier zu wohnen», sagt Bär, als das Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Reporterteam das Wohnzimmer betritt. Auf dem freien Markt sei die Wohnung wohl doppelt so viel Wert, als man dem Vermieter momentan dafür bezahlen müsse. Über den Besuch des Wahlmobils freut sich die 25-Jährige. Denn auf Platz 20 der Juso-Liste seien die Chancen, gewählt zu werden, doch eher bescheiden. Etwas Medienpräsenz komme da gelegen.

Für eine gerechtere Verteilung des Reichtums

Im Videospot spricht sie über den Hunger auf der Welt, über Einkommensungleichheit und die Mängel des Kapitalismus. Das Wirtschaftssystem möchte Linda Bär als Ganzes verbessern. Denn in den letzten 100 Jahren sei nichts als «Pflästerlipolitik» gemacht worden für Leute, die aus ebendiesem Wirtschaftssystem fallen, findet sie. Wie ein alternatives System aussehen könnte, weiss die Jungsozialistin allerdings auch nicht so genau. Für die ehemalige Politologiestudentin, die sich nun zur Primarlehrerin ausbilden lässt, ist aber klar: Die Finanzspekulation gehört abgeschafft. Denn nur mit dem Hin- und Herschieben von Finanzmitteln und ohne reale Arbeit Geld zu verdienen, dies findet Bär nicht in Ordnung.

Mediale Aufmerksamkeit war der Zürcherin zuletzt im Juli gewiss. Damals schrieb sie in der Wochenzeitung «P.S.» eine Kolumne, in der sie wortreich über das Spiessertum von Vorstadtbewohnern herzog und die Zerstörung eines Gartenzwergs als symbolischen Akt der Revolution feierte. Der Text sorgte parteiintern für Knatsch, wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete. Mittlerweile nehme man die Sache aber mit Humor, versichert Bär, und zeigt dem Reporterteam eine Fotografie, die auf einer Wanderung mit Parteifreunden am letzten Wochenende entstanden ist. Auf dem Bild sieht man die lachende Jungpolitikerin neben einer Reihe von Gartenzwergen vor einem Haus irgendwo im Zürcher Oberland.

Die nächsten Kandidaten im Videoporträt: Oskar Freysinger (SVP, VS) und Christa Markwalder (FDP, BE).

Erstellt: 15.09.2011, 08:49 Uhr

Das Wahlmobil

Das Wahlmobil besucht Nationalratskandidaten zuhause. Bekannte, unbekannte, junge und alte. Sie haben genau 60 Sekunden Zeit, um sich oder ihre Politik anzupreisen.

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On Tour: Video-Reporter Jan Derrer.

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Stark nach links tendierend: Linda Bärs politisches Profil. (Bild: smartvote.ch)

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