«Freibier in Baden»: Gezwitscher am Wahlsonntag

Auf Twitter wird fleissig gedeutet, getröstet und gratuliert. Politiker mit Twitter-Konto zwitschern kaum oder sehr zurückhaltend.

Kommunikation im Sekundentakt: Twitter wird am Wahlsonntag aktiv genutzt.

Kommunikation im Sekundentakt: Twitter wird am Wahlsonntag aktiv genutzt.

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Im Ausland wird der Nachrichtenkanal Twitter in den Wahlkämpfen rege genutzt. Auch in der Schweiz. Der trendige Kommunikationskanal wird am Wahlsonntag besonders aktiv genutzt. Allerdings weniger von den National- und Ständeratskandidaten als viel mehr von den Wählern. Am Nachmittag kommentierte die Community praktisch im Sekundentakt die Resultate. Gegen Abend ging das Interesse spürbar zurück.

Bruderer und Pelli das grosse Thema

Zwei Kandidaten sorgen den Tag duch für die meisten Beiträge: Pascale Bruderer und Fulvio Pelli. Bruderer schaffte den historischen Einzug in den Ständerat für die SP im Kanton Aargau. Für Pelli zeichnet sich ein Wahldebakel ab. Der FDP-Präsident wird nach Hochrechnungen vermutlich nicht- und wenn, dann nur sehr knapp - in den Nationalrat gewählt.

Bruderer-Anhänger schreiben: «Pascale Bruderer ist die erste Aargauer SP-Ständerätin seit 1943 – Wahnsinn!» Oder: «Danke liebe Aargauerinnen und Aargauer für die vernünftige Wahl!»

Zu Pelli sind, obwohl noch kein definitives Resultat vorliegt, folgende Beiträge zu lesen: «Pelli abgewählt – aus Liebe zur Schweiz?» oder «Pelli abgewählt... Bittere Pille.» Der auf Twitter aktive «Sonntag»-Journalist Patrik Müller kommentiert: «Weder Pelli noch Lang haben die Abwahl verdient. Hartes Brot.» Und bereits vermuten einzelne User, dass selbes Schicksal auch CVP-Präsident Christophe Darbellay ereilen könnte.

Zur Abwahl von Jo Lang: «Ich mache ein virtuelles Fass auf.»

Ebenfalls für Diskussionsstoff sorgt der abgewählte Zuger Nationalrat Jo Lang (Grüne). «Jo Lang hat seine ganz persönliche Quittung erhalten», lautet das Urteil eines Twitter-Nutzers. Ein User kommentiert Langs Abwahl so: «Jo Lang abgewählt! Ich mache ein virtuelles Fass auf.» Und ein dritter User interpretiert: «Langsam merkt man, dass in Zug viele Neoliberale zugezogen sind.»

Cédric Wermuth euphorisch auf Twitter

Gegen 18.00 Uhr ist es auf Twitter deutlich ruhiger geworden. Da in vielen Kantonen noch ausgezählt wird, halten sich viele Kandidaten mit Botschaften auf Twitter zurück. Einzig Cédric Wermuth hat allen Grund zur Freude. Der bekannte Jungpolitiker ist für die SP in den Nationalrat gewählt worden. Auf Twitter und Facebook verkündet er, dass er im Aargau mit 40'775 Stimmen den zweiten Platz erreicht habe. Er schreibt: «20 Uhr unvermeidbar Baden - Freibier!»

Kandidaten, die keine Chancen mehr haben, in den National- oder Ständerat gewählt zu werden, bedanken sich derweil in den Social-Media-Kanälen. Balthasar Glättli, der als Grüner für einen Zürcher Ständeratsitz kandidierte, teilt mit: «Ich mache mich auf in die Walche. Mein persönliches Resultat freut mich. Danke den WählerInnen! Aber das der Grünen natürlich nicht.» Auch die Jungfreisinnige Brenda Mäder bedankt sich via Twitter: «Sitz weg. Dennoch darf ich 6376 mal Danke sagen.»

Update 19.30 Uhr: Nach Bekanntgabe der nationalen Hochrechnung sind die Beiträge auf Twitter nochmals deutlich zurück gegangen. Vertreter aus allen Lagern, die den Tag durch äusserst aktiv auf Twitter präsent waren, warten offenbar Zahlen ab.

Enttäuschend ist die Twitter-Bilanz bei einzelnen Politikern, die den Kanal während des Wahlkampfes intensiv nutzten: Lukas Reimann (SVP), Natalie Rickli (SVP), Barbara Schmid-Feder (CVP) und Jacqueline Fehr (SP) beispielsweise teilten den ganzen Wahlsonntag hindruch nichts via Twitter mit.

(lue)

Erstellt: 23.10.2011, 16:58 Uhr

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