Pelli und Leuenberger doch noch gewählt

Lange mussten sie zittern. Am Ende schafften sowohl der FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli als auch der Präsident der Grünen Ueli Leuenberger die Wiederwahl in den Nationalrat ganz knapp.

Haben es doch noch geschafft: FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli (l.) und der Präsident der Grünen, Ueli Leuenberger.

Haben es doch noch geschafft: FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli (l.) und der Präsident der Grünen, Ueli Leuenberger. Bild: Keystone

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Stundenlang hiess es, die Tessiner wählten Fulvio Pelli wahrscheinlich nicht wieder. Nur 58 Stimmen machten schliesslich den Unterschied aus. Pelli behielt mit 28'825 Stimmen nur knapp die Nase vorn gegenüber Giovanni Merlini mit 28'767 Stimmen. Die Wählerinnen und Wähler aus Pellis Heimatstadt Lugano retteten ihm das Nationalratsmandat.

Auch Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen Schweiz, musste lange zittern. Erste Hochrechnungen hatten angedeutet, dass entweder er oder sein Parteikollege Antonio Hodgers ihren Genfer Sitz im Nationalrat verlieren könnten. Am Ende reichte es beiden.

Das rechtspopulistische Mouvement Citoyen Genevois (MCG) zieht hingegen mit einem Sitz in den Nationalrat ein. Platz machen muss ihr die FDP, die einen ihrer drei Sitze verliert und neu nur noch mit zwei Mandaten im Nationalrat vertreten ist. Die übrigen Parteien konnten ihre Sitzzahl verteidigen. Somit bleiben die SP mit drei, die SVP und die Grünen mit je zwei Sitzen sowie die CVP mit einem Mandat in der grossen Kammer vertreten.

Tessin: SP und FDP verlieren einen Sitz – Gewinne bei rechten Parteien

Die FDP muss aber den Verlust einer ihrer drei Tessiner Sitze in Kauf nehmen. Der dritte bisherige FDP-Nationalrat Fabio Abate war nicht mehr angetreten; er kandidiert für den Ständerat und will den Sitz des zurückgetretenen Dick Marty übernehmen. Die Wiederwahl des FDP-Nationalrats Ignazio Cassis (32'988 Stimmen) dagegen verlief souverän.

Die Lega gewann bei den Nationalratswahlen einen zweiten Sitz hinzu. An der Seite des Bisherigen Lorenzo Quadri wird in Zukunft die Vize-Gemeindepräsidentin von Chiasso, Roberta Pantani, in Bern politisieren.

Einen Triumph kann auch die Tessiner SVP feiern. Sie zieht mit dem kantonalen Parteipräsidenten, Pierre Rusconi, erstmalig ins Bundesparlament ein.

Die SP muss einen von zwei Sitzen abgeben und geht als Verliererin aus der Wahl. Als einzige Tessiner Sozialdemokratin verbleibt somit Marina Carobbio Guscetti im Nationalrat. Für sich selbst konnte sie aber ein positives Ergebnis erlangen und ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2007 deutlich erhöhen.

Auslosung für CVP-Sitz

Stabil blieb das Ergebnis der CVP. Die Tessiner Christdemokraten konnten zwei Sitze im Nationalrat halten. Gesichert ist bisher aber nur die Wahl von Gewerkschaftler Meinrado Robbiani.

Zwei weitere CVP-Kandidaten, Monica Duca Widmer und Marco Romano, schnitten exakt mit demselben Ergebnis ab. Gemäss der Internetseite des Kantons wird es deshalb eine Auslosung geben. (rub/sda)

Erstellt: 23.10.2011, 22:09 Uhr

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