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«SVP hat grosse Mühe, beim Volk Mehrheiten zu finden»

Weder in Zürich, St. Gallen, Freiburg oder Aargau wurden die gestandenen SVP-Politiker, die zum Sturm in den Ständerat geblasen hatten, auf Anhieb gewählt.

Christoph Blocher kandidiert für den Ständeratssitz im Kanton Zürich, liegt aber hinter Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP).
Christoph Blocher kandidiert für den Ständeratssitz im Kanton Zürich, liegt aber hinter Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP).
Keystone
Toni Brunner, der für den Ständeratssitz im Kanton St. Gallen ins Rennen ging, erhielt deutlich weniger Stimmen als die FDP-Kandidatin und neue Ständerätin Karin Keller-Sutter.
Toni Brunner, der für den Ständeratssitz im Kanton St. Gallen ins Rennen ging, erhielt deutlich weniger Stimmen als die FDP-Kandidatin und neue Ständerätin Karin Keller-Sutter.
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Und auch Caspar Baader verlor in Baselland gegen den bisherigen SP-Ständerat Claude Janiak.
Und auch Caspar Baader verlor in Baselland gegen den bisherigen SP-Ständerat Claude Janiak.
Keystone
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Die Ständerats-Kandidaten der SVP müssen in zahlreichen Kantonen in einen zweiten Wahlgang. Im Kanton Baselland ist definitiv, dass SVP-Fraktionspräsident und möglicher Bundesratskandidat Caspar Baader, den Sprung in den Ständerat nicht geschafft hat. Er verlor die Wahl gegen den Bisherigen Claude Janiak (SP). In Bern muss der Bisherige Adrian Amstutz noch einmal antreten.

Für Politologe Georg Lutz zeigen diese ersten Hochrechnungen und Resultate, «dass die SVP grosse Mühe hat, beim Volk Mehrheiten zu finden».

Zudem habe der Sturm aufs Stöckli den Nationalratswahlkampf gehemmt, wie erste Hochrechnungen zeigten. Einerseits habe die SVP weniger Angriffe als in vorigen Wahlkämpfen gegen andere bürgerliche Parteien geritten und andererseits hätten sich die Ständeratskandidaten im Wahlkampf moderat geben müssen.

Problematisch sei jedoch auch, «dass die SVP von wenigen Leuten an der Spitze lebt», und diesen nehme man die moderaten Töne nicht plötzlich ab, sagte Lutz der Nachrichtenagentur sda. Mit dem Verweis der SVP, der Sturm aufs Stöckli sei ein mittel- bis langfristiges Projekt, «ist die Partei wohl bereits am Schönreden», sagte Lutz.

Grosse FDP-Verluste, GLP und BDP profitieren

Die Entwicklung in der Mitte und links im Parteienspektrum verläuft wie erwartet - nur heftiger. Ein Überblick über erste Resultate und Hochrechnungen zeigt, dass sämtliche etablierten Parteien unter dem Strich verlieren könnten.

Während CVP, SP und Grüne in einigen Kantonen verlieren, in anderen gewinnen, sind die Verluste der FDP wie erwartet gross. Einigermassen überraschend sind laut Lutz aber die Einbussen, die sich für die CVP abzeichnen. Erwartet worden war, dass die Partei ihre Wähleranteile etwa halten kann.

Keine Überraschung ist, dass die neuen Mitteparteien GLP und BDP die grossen Profiteure sind. Es zeichnet sich aber ab, dass sie noch mehr zulegen als erwartet. «Es ist möglich, dass es in der Mitte noch grössere Verschiebungen gibt als erwartet», sagte Lutz. Der Grund liegt für ihn auf der Hand: «Die beiden Parteien profitieren vom Reiz des Neuen und haben noch nichts falsch gemacht.»

(SDA)

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