Freiburg: «Dritter Wahlgang» möglich

Die Freiburger Deputation im Nationalrat dürfte auch in Zukunft aus vier Bürgerlichen und drei Linken bestehen. Bei den Ständeratswahlen ist selbst ein «dritter Wahlgang» nicht auszuschliessen.

Sowohl Stände- als auch Bundesratskandidat: Alain Berset (SP) will in den Freiburger Ständerat gewählt werden und bewirbt sich als Nachfolger von Micheline Calmy-Rey - ist er erfolgreich, könnte dies zu einem «dritten Wahlgang» führen.

Sowohl Stände- als auch Bundesratskandidat: Alain Berset (SP) will in den Freiburger Ständerat gewählt werden und bewirbt sich als Nachfolger von Micheline Calmy-Rey - ist er erfolgreich, könnte dies zu einem «dritten Wahlgang» führen. Bild: Keystone

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Die Freiburger Wahlen verheissen Spannung: Zum einen könnte die SVP der CVP einen Sitz abnehmen, zum anderen sind die Grünen nah dran am Mandat der CSP. Die CVP hat Grund zum Zittern, weil sie zuletzt bei Kommunalwahlen schwach abschnitt, ihr früherer Kantonalpräsident zur SVP überlief und sie zudem eine ihrer zwei Bisherigen ersetzen muss: Thérèse Meyer-Kaelin tritt - anders als Parteikollege Dominique de Buman - nicht mehr an.

SVP mit mehreren Namen am Start

Ihren Sitz hat die SVP ins Visier genommen. Sie möchte künftig nicht nur Jean-François Rime ins Bundeshaus entsenden und hat gleich mehrere bekannte Namen am Start. Ein ansprechendes Resultat traut man etwa der SVP-Kantonalpräsidentin Gilberte Demont zu, aber auch Pierre-André Page, dem auch für die Staatsratswahlen im November gute Chancen attestiert werden.

Die Freiburger FDP kann davon ausgehen, dass sie weiterhin einen Mann im Bundeshaus hat: Als Direktor des Bauernverbands und Präsident der Nationalratskommission für Umwelt, Raumplanung und Energie ist Jacques Bourgeois weitherum bekannt.

Nur FDP wagt Alleingang

Die Freisinnigen versuchen ihr Glück alleine, während die SVP eine Listenverbindung mit der EDU einging. Die CVP spannte mit den anderen Mitte-Parteien BDP und glp zusammen. Im linken Lager haben sich SP, CSP, Grüne und EVP verbunden, um ihre drei Sitze zu verteidigen. Dabei sind die beiden SP-Mandate unbestritten: Christian Levrat als Präsident der SP Schweiz und Jean-François Steiert steuern der Wiederwahl entgegen.

Weniger klar ist, ob die CSP ihren Sitz halten kann. Marie-Thérèse Weber-Gobet rutschte erst während der Legislatur nach und hatte bislang nur wenig Gelegenheit sich zu profilieren. Ihr Vorgänger Hugo Fasel schaffte die Wahl 2007 nur dank einer Unterlistenverbindung von CSP und EVP. Die beiden christlichen Parteien hoffen, dass dies auch 2011 funktioniert. Allerdings sind ihnen die Grünen schon vor vier Jahren nahe gekommen. Mit Grossrätin Christa Mutter haben sie eine Kandidatin, der man den Sprung nach Bern auch zutraut.

Ständerat: «Dritter Wahlgang» möglich

Bei den Ständeratswahlen kämpfen vier Kandidaten um zwei Sitze. Der ehemalige Bundesratskandidat Jean-François Rime möchte für die SVP ein Mandat in der kleinen Kammer holen, doch dafür müsste er ein politisches Schwergewicht ausbooten: Schliesslich treten sowohl Urs Schwaller (CVP) als auch Alain Berset (SP) erneut an. Als vierter Bewerber ist Ruedi Vonlanthen im Rennen. Mit ihm möchte die FDP den Sitz zurückerobern, den sie vor acht Jahren an die SP verlor.

Eine Stichwahl am 13. November ist angesichts dieser Ausgangslage in Sichtweite. Und selbst ein «dritter Wahlgang» ist nicht auszuschliessen - dann nämlich, wenn Bundesratskandidat Alain Berset im Dezember tatsächlich in die Landesregierung gewählt werden sollte. (sda)

Erstellt: 11.10.2011, 10:21 Uhr

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