Glarus: Der Bonus der Bisherigen

Der wieder kandidierende und einzige Glarner Nationalrat Martin Landolt (BDP) sowie die beiden erneut antretenden Ständeräte This Jenny (SVP) und Pankraz Freitag (FDP) haben gute Aussichten auf eine Wiederwahl.

Ein Glücksfall für seine Partei: Nationalrat Martin Landolt verhalf der BDP zum fünften Sitz und somit zur Fraktionsstärke. Seine Wiederwahl wird von der Juso angefochten.

Ein Glücksfall für seine Partei: Nationalrat Martin Landolt verhalf der BDP zum fünften Sitz und somit zur Fraktionsstärke. Seine Wiederwahl wird von der Juso angefochten. Bild: Keystone

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Ein Hauch von Wahlkampf ist im Kanton Glarus erst nach den Sommerferien aufgekommen. Konkurrenz erhalten haben sowohl die Ständeräte als auch der Nationalrat.

Nationalrat Martin Landolt (BDP), der Nachfolger des bekannten und langjährigen Glarner SP-Nationalrats und Preisüberwachers Werner Marti, war ein Glücksfall für seine Partei. Mit der Wahl des BDP-Kantonalparteipräsidenten im Februar 2009 wuchs die BDP im Nationalrat auf fünf Mitglieder und erreichte Fraktionsstärke. Der Betriebsökonom und politische Berater der Grossbank UBS engagiert sich im Parlament vor allem in Finanz- und Wirtschaftsfragen. Er war an vorderster Front mit dabei, als sich liberale Kräfte von der SVP abspalteten und einen eigenen Weg gingen - zuerst im Parlament, dann mit der Gründung der BDP Glarus.

Juso sorgt für Konkurrenz

Landolt kann aber sein Ticket nach Bern nicht im Schlafwagen lösen. Für Konkurrenz besorgt sind die Juso. Die Jungpartei nominierte ihren Präsidenten, Yannick Schiess aus Rüti. Der 23- jährige Jurastudent möchte dem Stimmvolk eine echte Wahl ermöglichen und dafür sorgen, dass der Kanton nicht rein bürgerliche Politiker nach Bern delegiert.

Doch Schiess wird es ungemein schwer haben. Er dürfte am Bisherigen-Bonus von Landolt schwer zu beissen haben, der erfahrungsgemäss für mehrere tausend Stimmen gut ist. Umso mehr als sich der Glarner Nationalrat in zweieinhalb Jahren in der grossen Kammer gut eingelebt hat und im Heimatkanton ein arrivierter Politiker ist.

Ständerat: Zwei Bisherige, zwei Herausforderer

Bedrängt werden This Jenny (SVP) und Pankraz Freitag (FDP) von Karl Stadler aus Schwändi. Der 53-jährige Kantonsschullehrer ist ehemaliger Präsident und Mitglied der Grünen, die der Wählerschaft eine Alternative bieten wollen. Stadler war von 2002 bis 2008 Landrat und sitzt seit 2010 wieder im Kantonsparlament.

Ohne Partei im Rücken ist Kurt Reifler aus Schwanden in die Wahlen gestiegen. Der 55-jährige Personalberater ist seit 2010 Gemeinderat in Glarus Süd. Im Glarnerland selbst ist er dafür bekannt, dass er an der denkwürdigen Landsgemeinde 2006 den Antrag stellte, die 25 Gemeinden auf drei zu fusionieren. Dieses Ziel wurde erreicht, die drei Grossgemeinden sind seit Anfang Jahr voll in Funktion.

Ob Stadler oder Reifler den langjährigen Ständerat This Jenny und den seit dreieinhalb Jahren in der kleinen Kammer politisierenden Ex-Regierungsrat Pankraz Freitag gefährden können, ist sehr fraglich. Und er dürfte sich als zu hohe Hürde für die Herausforderer erweisen. Alles andere wäre eine saftige Überraschung.

(sda)

Erstellt: 07.10.2011, 15:57 Uhr

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