Wahlmobil

«In der CVP darf man denken»

Mehr Mitte, stärkere Familienpolitik und Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Das fordert CVP-Nationalratskandidatin Patricia Mattle (SG) im Wahlmobil-Video.

Denkt über den Rand des Parteitellers hinaus: Patricia Mattle, CVP-Nationalratskandidatin (SG). (Video: Jan Derrer)

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Altstätten ist ein malerisches Kleinstädtchen im sankt-gallischen Rheintal. Das Einfamilienhaus der Mattles thront auf einer Anhöhe, umgeben von weidenden Kühen und Apfelbäumen. Vor dem Haus stehen Weinreben. In dieser Idylle ist Patricia Mattle aufgewachsen. Und hier lebt sie auch heute noch gern. Einzig der schlechte Anschluss an den öffentlichen Verkehr stört sie: «Wenn man hier wohnt, nervt man sich jeden Tag mindestens dreimal über die öffentlichen Verkehrsmittel», sagt Mattle, die aus beruflichen Gründen täglich nach Winterthur pendelt. Teilprivatisierte Staatsbetriebe wie Post und SBB würden kundenfreundlicher wirtschaften, wenn sie ganz in privater Hand wären, ist die Betriebsökonomin, die bereits in Rom und Santiago de Chile gearbeitet hat, überzeugt.

«Religion ist nicht vordergründig»

Bereits die Eltern gehörten der CVP an. Doch das allein war nicht der Grund, weshalb sich die 26-Jährige der Mittepartei anschloss. In Altstätten kenne man die Mitglieder der einzelnen Parteien persönlich, sie sei überall vorbeigegangen und habe sich ein Bild gemacht. Von ihrer Entscheidung für die CVP ist Mattle tief überzeugt: «Manchmal kommt es mir so vor, als müssten die Mitglieder der Links- und Rechtsparteien stur dem Parteiprogramm folgen. In unserer Partei hingegen ist selbstständiges Denken nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht.» Sie stelle zunehmende Blockaden zwischen links und rechts fest, die einen Konsens verhindern: «Wir hingegen liefern Lösungen. Deshalb braucht es mehr Mitteparteien, mehr CVP.»

Patricia Mattle geht zwar auch ab und zu in die Kirche, doch Religion und Partei trennt sie strikt: «Das C steht für eine moralisch-ethische Politik, die durch abendländische und somit christliche Werte geprägt ist. Trotzdem ist Religion in der CVP nicht vordergründig.» Und schon gar nicht beeinflusse sie ihre eigenen politischen Positionen: «Ich vertrete zum Beispiel in der Abtreibungsfrage eine andere Position als die Kirche.»

«Mittelalterliche Betreuungsstrukturen»

Auch in der Gleichstellungspolitik, die für Mattle in enger Verbindung mit dem CVP-Steckenpferd Familienpolitik steht, hat sie klare Positionen: «Die Kinderbetreuungsstrukturen der Schweiz sind mittelalterlich.» Hier müsse auch der Staat helfen und die Strukturen zur Verfügung stellen, die es Eltern erlauben, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen, fordert die junge CVP-Politikerin. Dabei denke sie auch an die eigene Zukunft: «Ich bin gut ausgebildet und möchte meine Berufstätigkeit nicht aufgeben, weil ich eines Tages Kinder habe, die zu den unterschiedlichsten Zeiten von der Schule nach Hause kommen.»

Die Rheintalerin ist in der CVP Schweiz verantwortlich für die Nachwuchsförderung, die ihres Erachtens lange vernachlässigt wurde. Inzwischen beobachtet sie jedoch eine Zunahme junger Leute, die sich in ihrer Partei engagieren. Sie erklärt sich das Vorpreschen der Jungen in der CVP mit deren pragmatischer Haltung: «Die älteren CVP-Politiker erlebten die Partei in den letzten Jahrzehnten als 50-Prozent-Partei, die immer mehr Stimmen verlor. Für uns Junge hingegen war die CVP noch nie eine Mehrheitspartei. Wir kennen die CVP als kleine Mittepartei und sind es gewohnt, nicht nur innerhalb der Parteigrenzen zu denken.» Überparteiliche thematische Allianzen seien vor allem für die jüngeren CVP-Politiker ebenso notwendig wie selbstverständlich.

Erstellt: 21.10.2011, 10:33 Uhr

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Smartspider von Smartvote: Patricia Mattle. (Bild: Smartvote.ch

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Sehr gut

 
51.3%

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23.7%

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