«Manchmal ist es nicht schlecht, wenn man unterschätzt wird»

Die vierte Station des Wahlmobils führt das Videoteam von Tagesanzeiger.ch/Newsnet nach Burgdorf, wo die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder tief verwurzelt ist.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Wahlmobil: Zu Gast bei der FDP-Parlamentarierin Christa Markwalder. (Video: Jan Derrer)

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Das schmucke Einfamilienhaus, das Christa Markwalder in Burgdorf bewohnt, war bereits im Besitz ihrer Grosseltern. In ihrem Garten blühen Apfelbäume, deren Früchte sie an Wahlkampfaktionen den Passanten verteilt – zusammen mit einem Flyer: «Das ist doch viel persönlicher und schöner als ein Kugelschreiber oder Zündhölzli», findet die FDP-Politikerin. Am Schreibtisch ihres Grossvaters – auch er war politisch aktiv – erzählt sie dem Wahlmobil-Team von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, wofür sie einsteht.

Der 36-jährigen Freisinnigen liegen nicht nur wirtschaftslastige Themen und aussenpolitische Fragen am Herzen. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Kulturförderung: «Gerade Kinder aus bildungsfernen Schichten sollen die Möglichkeit erhalten, sich musisch zu entfalten.» Deswegen präsidiert die Nationalrätin unter anderem den Verein Mus-e, der die Kulturvermittlung an Schulen fördert. Sie selbst spielt Cello, seit sie sechs Jahre alt ist: «Das Musizieren im Orchester ist ein schöner Ausgleich zum Politisieren. Ich spiele jetzt sogar ein Stück von Fraktionszwang, einer Band, die aus Berner Stadträten jeglicher politischer Couleur besteht. Menschlichkeit und Humor gehören einfach zum Politisieren dazu.»

Konsensorientiert und vernetzt

Christa Markwalder legt viel Wert auf überparteiliche Zusammenarbeit. Gerade jetzt herrsche eine grosse Hektik wegen des Steuerstreits mit den USA. «Da muss man den Wahlkampf auch mal beiseitelegen, um einen Konsens zu erarbeiten.»

Markwalder ist vor 12 Jahren in die Politik eingestiegen. Ihre Karriere begann sie im Stadtparlament von Burgdorf, zog später in den Grossen Rat des Kantons Bern ein und wurde 2003 in den Nationalrat gewählt. Als junge Frau sei es sicher nicht immer ganz einfach, sich im Bundeshaus zu behaupten: «Man muss nicht doppelt so viel leisten, um sich zu beweisen. Aber es zahlt sich aus, wenn man immer gut vorbereitet und dossiersicher erscheint. Manchmal ist es auch gar nicht so schlecht, wenn man am Anfang unterschätzt wird.»

Politische Kontrahenten aus dem rechten Parteienspektrum werfen Markwalder gerne vor, sie würde mit ihrer EU-freundlichen Haltung der Schweiz gerade in Krisenzeiten schaden. Für die Juristin sind die Zusammenhänge jedoch weitläufiger: «Wir sind mit der EU wirtschaftlich vernetzt, ob wir das wollen oder nicht.» Umso wichtiger sei es, diese internationalen Beziehungen nicht aufs Spiel zu setzen, sondern sich für die Interessen der Schweiz gegenüber der EU einzusetzen: «Zerstören wir die Beziehungen mit der EU, leidet darunter die Exportwirtschaft. Dadurch gehen Arbeitsplätze verloren und letztlich auch unser Wohlstand.»

Erstellt: 21.09.2011, 07:34 Uhr

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