Wahlmobil

«Unverbraucht, unvoreingenommen und unverfroren»

Die Grüne Mirjam Ballmer nutzt den Besuch der Videoreporter, um für Junge und Frauen im Parlament zu werben. Das Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Wahlmobil zu Besuch in Basel-Stadt.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Wahlmobil: Zu Gast bei Mirjam Ballmer, Kandidatin für die Grünen in Basel-Stadt. (Video: Jan Derrer)

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Sie sieht gut aus, ist eloquent und Inhaberin eines Universitätsdiploms mit dem Vermerk «summa cum laude». Sie hat eine klare Linie, scheut keinen Streit und besitzt dennoch Charme: Mirjam Ballmer, jüngste Nationalratskandidatin der Grünen in Basel-Stadt, hat das Zeug zur grossen Politkarriere. Ihr Auftritt erinnert an Anita Fetz, die den Kanton im Ständerat vertritt. Wie ihr Vorbild aus der SP ist auch die 28-Jährige lokal bestens vernetzt. Ballmer wohnt seit ihrer Kindheit in Kleinbasel – in einem Quartier, das den meisten Schweizern vor allem wegen seines Rotlichtmilieus und seines hohen Ausländeranteils bekannt ist.

«Negative Erfahrungen habe ich hier nie gemacht», sagt Ballmer, als sie das Reporterteam an ihrer Haustür empfängt. Vis-à-vis steht eine ältere Frau mit Kopftuch und mustert die Leute mit der Videokamera verwundert. Es ist ein schöner Herbsttag, die im Blockrandstil bebaute Häuserzeile glänzt in der Nachmittagssonne. Auch ihre Kinder sollen einst hier zur Schule gehen, meint die Jungpolitikerin, die seit vier Jahren im Basler Grossrat sitzt. Sie selbst habe es während ihrer Schulzeit immer geschätzt, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen.

Bärenposter und Wolfsspur

Für die Geografin präsentiert sich die Politik als logische Konsequenz ihrer beruflichen Tätigkeit. Ballmer arbeitet in der politischen Abteilung des Umweltverbandes Pro Natura und ist dort zuständig für Natur- und Tierschutzthemen. «Unser Verband existiert seit über 100 Jahren», sagt sie und schmunzelt: «Er wurde ursprünglich von Basler Freisinnigen gegründet, um den Nationalpark im Engadin einzurichten.»

Von Pro Natura stammt auch das übergrosse Bärenposter, das Ballmer im Anschluss ans «Jahr des Bären» 2009 vom Verband ersteigert und in ihr Wohnzimmer gehängt hat. Der Gipsabdruck auf ihrem Esstisch ist von einer Wolfsspur, Ballmer hat ihn vor zwei Wochen in der ostdeutschen Lausitz gemacht.

Immer nur «ich, ich, ich»

Auf ihren Videoauftritt hat sich die Jungpolitikerin minutiös vorbereitet. Denn sich selbst in den Vordergrund zu stellen, liege ihr an sich nicht so sehr: Immer nur «ich, ich, ich», hiesse es im Wahlkampf von allen Seiten jeweils. Das sei schon etwas nervig. Die Aufnahme gelingt beim dritten Versuch, nachdem sich Ballmer bei den ersten beiden Takes etwas verhaspelt hat. Ob sie die Wähler im Oktober in den Nationalrat schicken, ist jedoch ungewiss, denn es gilt für die Basler Grünen zunächst, Anita Lachenmeiers Sitz zu verteidigen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.09.2011, 07:34 Uhr

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