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Die mächtigen Einflüsterer im Bundeshaus

In wenigen Wochen wählt die Schweiz. Die Parlamentarier sollen die Bürger vertreten – doch Lobbyisten der Wirtschaft werben um ihre Gunst. Wer sind die diskreten Drahtzieher in Bern?

Jetzt, in der letzten Session vor den Wahlen, ist ihr Terminkalender wieder voll. Sie treffen sich zum Kaffee mit Parlamentariern, verteilen Broschüren voller Zahlen und Hintergrundtexte, laden während der langen Mittagspause zur Informationsveranstaltung und abends ins Bellevue – die Lobbyisten. Einflüsterer, von mächtigen Herren ins Bundeshaus geschickt. Ihre Aufgabe: einen Parlamentarier davon zu überzeugen, dass er sich für oder gegen eine bestimmte Sache einsetzen sollte. Es sind nicht nur Vertreter der Wirtschaft, die für ihre Interessen werben. Aber sie tun es, so zeigt eine aktuelle Umfrage von GfS Bern, offenbar am häufigsten.

Über allen wirkt natürlich Economiesuisse, der Wirtschaftsdachverband. Er hat in Bern Regina Ammann stationiert. Ammann arbeitete mehrere Jahre für die Credit Suisse, bevor sie 2008 als Cheflobbyistin zu Economiesuisse wechselte. Dort hat sie unbeschränkten Zugang: Sie sass 1999 für den Landesring der Unabhängigen (LdU) im Nationalrat. Auch ihr oberster Chef Gerold Bührer kann sich jederzeit frei im Bundeshaus bewegen – er besitzt seit seiner Zeit als FDP-Nationalrat ebenfalls ein Eintrittsbillett auf Lebenszeit. In den letzten Tagen dürfte Ammann stark gefordert gewesen sein: Die Räte hatten über die CO2-Abgabe zu beraten. Economiesuisse lehnte diese ab, das Parlament auch.

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