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Fürs Klima auf Nachwuchs verzichtenWarum ich keine Kinder zeugen will

Unser Autor ist 33-jährig und hat sich sterilisieren lassen – aus Rücksicht auf die Umwelt. Die Reaktionen seines Umfelds: viele Fragen, wenig Verständnis.

Für Marc Fehr war früh klar: Falls Kinder, dann Adoption. Nun hat er sich für ein Leben ohne Nachwuchs entschieden.
Für Marc Fehr war früh klar: Falls Kinder, dann Adoption. Nun hat er sich für ein Leben ohne Nachwuchs entschieden.
Foto: Peer Füglistaller

Oktober 2020, ich sitze in einem Krankenbett, geparkt in einem Wartezimmer des Kingsbury Hospital in Kapstadt. «Dieser Eingriff wird als permanente Sterilisation angesehen, es gibt keine Garantie, dass er rückgängig gemacht werden kann», erklärt mir der Urologe ernst. «Sind Sie damit einverstanden?» Nach meinem knappen «Ja» widmet sich der Arzt den letzten Lücken in seinem Formular. «Gut, dann sehen wir uns im Operationssaal.»

Ich lehne mich in meinem Bett zurück und nutze die Wartezeit für ein paar Minuten der Selbstreflexion. Ich erinnere mich an die vielen Gespräche, in denen ich erklärte: «Nein, ich möchte wirklich keine Kinder», und daran, wie ich oft mit belehrenden Worten wie: «Ach, du bist noch jung» oder «Warte nur, das kommt schon noch» vertröstet wurde. Auch wenn gut gemeint, stört mich die allgemeingültige Annahme, dass die romantische Idee des eigenen Nachwuchses eine Frage der Zeit, keine der persönlichen Ideale ist. Ein Indiz gesellschaftlicher Reife, der Höhepunkt des Lebens, eine Entscheidung, die man nicht bereuen kann. Ich wollte nie Kinder – und bald werde ich auch keine mehr zeugen können.

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