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Kolumne von Michèle RotenHauptsache, Sie sind nett

Diesmal erklärt die Kolumnistin das Problem mit unserer Nettigkeit. Und dass die viel mit erlernten Regeln zu tun hat.

«Könnten Sie mir bitte behilflich sein, zu verstehen, warum ‹nett› zu sein in der Schweiz verpönt ist?»

Barbara aus Zürich, 65 Jahre alt

Sie schreiben in einer Fussnote noch, dass Sie vor allem auf Ihre Formulierungen, die oft beginnen mit «Ich entschuldige mich, könnten Sie» beziehungsweise «Sorry», negative Reaktionen erhalten.

Meine erste war Erstaunen: Ist das nicht das genaue Gegenteil dessen, worüber Deutsche sich immer lustig machen? Dass man in einer Schweizer Bäckerei schief angeschaut wird, wenn man sagt «Ich kriege ein Weggli» und das Ganze nicht mit konjunktivistischen Floskeln garniert im Stil von «Ich hätte gern ein Weggli und würde das auch bezahlen, wenn Sie in Ihrem Herzen die Güte finden täten, es mir zu verkaufen»?

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