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Gastbeitrag zur «Burka-Initiative»Warum linke Frauen für das Verhüllungsverbot stimmen müssen

Die Schriftstellerin Gisela Widmer hat keine Sympathien für die Kreise, die diese Initiative lanciert haben. Aber sie wird dennoch ein Ja einlegen.

Wird die Initiative am 7. März angenommen, wird der Nikab in der Öffentlichkeit verboten.
Wird die Initiative am 7. März angenommen, wird der Nikab in der Öffentlichkeit verboten.
Foto: Getty Images

In einem Punkt haben die Gegner der «Burka-Initiative» recht: Eine «Kleidervorschrift» gehört nicht in die Verfassung. Aber in der Schweiz verlangt nun mal jede Initiative eine Revision der Bundesverfassung. Darum wäre vor ein paar Jahren selbst das Horn der Kuh um Haaresbreite mit einem eigenen Verfassungsartikel gewürdigt worden. Der Einwand bezüglich Bundesverfassung ist also obsolet, solange es das Initiativrecht gibt.

Sehr unwohl hingegen ist mir beim Gedanken, dass die Initiative aus der Feder des Egerkinger Komitees stammt. Meine Welt ist eine andere – aber offenbar vergangene: Noch im Jahr 2010 hatte sich die SP Schweiz in einem Positionspapier für ein Verhüllungsverbot ausgesprochen. Die französischen Linken hatten in den 90er-Jahren sogar das Kopftuchverbot an den Schulen gefordert. Dann aber überliessen die Linksparteien auch dieses Feld – wie so viele andere Felder – den Rechtsparteien.

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