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Schokolade und RassismusWarum verschweigen Schweizer Schoggi-Konzerne die Sklaverei?

Das neue Erlebniszentrum von Lindt & Sprüngli blendet aus, dass auch Schweizer mit der Kolonialware Kakao gehandelt haben. Und wie war das mit der «Negerlein»-Werbung?

«Anregungen werden ernst genommen»: Die Schokoladenfabrik Lindt blendet in ihrem Besucherzentrum die nicht so schönen Aspekte der Geschichte lieber aus.
«Anregungen werden ernst genommen»: Die Schokoladenfabrik Lindt blendet in ihrem Besucherzentrum die nicht so schönen Aspekte der Geschichte lieber aus.
Foto: Getty Images / iStockphoto

«Moment», sagt die Frau an der Kasse. Ein Kind ist gerade daran, in den Schoggibrunnen zu steigen. Wir befinden uns im neu eröffneten «Home of Chocolate» von Lindt in Kilchberg. Unterwegs auf der «interaktiven Schokoladentour» drängen sich noch viel mehr Familien, die Interaktion besteht in erster Linie darin, sich eine Lindorkugel nach der anderen einzuwerfen. Zuerst aber schieben sich alle durch die Ausstellung über die Geschichte der Schokolade.

Der Historiker Hans Fässler hat in einem WOZ-Artikel gefragt, weshalb das Besucherzentrum die Plantagensklaverei verschweigt, die sich ab dem 16. Jahrhundert in Ecuador, Venezuela, Brasilien oder den Karibikkolonien entwickelte. Nach Curaçao zum Beispiel sollen im 18. Jahrhundert bis zu 100’000 afrikanische Sklaven pro Jahr gebracht worden sein. Allgemein erzeugte der Schokoladenkonsum in Europa eine grosse Nachfrage, die von der Sklavereiwirtschaft in den Kolonien befriedigt wurde.

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