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Podcast «Alles klar, Amerika?»Was beim Prozess um George Floyds Tod auf dem Spiel steht

In Minneapolis hat das Gerichtsverfahren gegen den Ex-Polizisten begonnen, der den tödlichen Einsatz gegen George Floyd verantwortete. Was von der Anklage und der Verteidigung zu erwarten ist.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen: Das Gerichtsgebäude in Minneapolis, in dem der Prozess um George Floyds Tod stattfindet, wurde weiträumig abgeriegelt.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen: Das Gerichtsgebäude in Minneapolis, in dem der Prozess um George Floyds Tod stattfindet, wurde weiträumig abgeriegelt.
Foto: AFP

Zehn Monate nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz hat in Minneapolis der Prozess gegen die vier Polizisten begonnen, die am Einsatz beteiligt werden. Den Anfang auf der Anklagebank macht Derek Chauvin, der entlassene Beamte, der während rund neun Minuten sein Knie in den Nacken Floyds drückte.

Die Atmosphäre in- und ausserhalb des Gerichtssaals ist angespannt. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner, die im vergangenen Jahr gegen Polizeibrutalität und Rassismus auf die Strasse gingen, fordern eine Bestrafung Chauvins. Doch bisher wurden Polizisten für exzessive Gewalt kaum je strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, die Hürden für eine Verurteilung sind hoch.

Wie argumentieren Anklage und Verteidigung in dem Verfahren? Welche Rolle spielt die Jury? Und ist in dieser aufgeheizten Stimmung ein fairer Prozess überhaupt möglich? Darüber spricht Philipp Loser mit USA-Korrespondent Alan Cassidy in einer neuen Folge des USA-Podcasts «Alles klar, Amerika?»

Alles klar, Amerika? – der USA-Podcast von Tamedia
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13 Kommentare
    Simone Sommerhalder

    Es fehlt jede Logik und Begründung für das angewandte Vorgehen der Polizei.

    Ich könnte nachvollziehen, dass es nötig sein kann, eine Person in dieser Weise auf dem Boden zu fixieren, wenn es anders nicht möglich ist, ihr Handschellen anzulegen.

    Dem Mann waren aber zu dem Zeitpunkt bereits die Hände auf dem Rücken gefesselt.

    Man könnte also noch argumentieren, man habe den Gefesselten trotzdem zu Boden drücken und mit Draufknien dazu bringen wollen/müssen, dass dieser ruhiger wird und nicht weiterhin zappelt und sich weigert, ins Auto einzusteigen.

    Aber selbst das wurde ja nach etwa drei Minuten erreicht! Ab dann hat sich Floyd nicht mehr gewehrt und nicht mehr bewegt.

    Also muss man sich doch fragen, weshalb wurde nicht ab dann, in den nächsten Minuten, mit dem Knien aufgehört und nochmals probiert, Floyd ins Auto zu bugsieren. Denn das hätten diese Polizisten ja ohnehin früher oder später tun müssen - (es sei denn sie haben vorgehabt, bis zum St. Nimmerleinstag dort so auszuharren.)

    Es war ja auch keine Gefahr, dass der Verhaftete möglicherweise nur Ruhe oder Ohnmacht vortäuschen, und kaum liesse man von ihm ab, sofort aufspringen und in gefährlicher Weise ausrasten könnte, denn seine Hände waren ja auf dem Rücken gefesselt.

    Also, es macht in keiner Weise Sinn, wie und warum da solchermassen vorgegangen wurde.