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Geldblog: Verdächtig hoher ZinssatzWas halten Sie von der Seba Bank?

Die Zuger Seba Bank lockt Sparer mit 0,5 Prozent Zins. Geldexperte Spieler sagt, was von diesem Angebot zu halten ist.

Erst ein Sparkonto, dann Kryptogeschäfte: Mit der Seba-Kreditkarte lassen sich Kryptowährungen in Franken wechseln.
Erst ein Sparkonto, dann Kryptogeschäfte: Mit der Seba-Kreditkarte lassen sich Kryptowährungen in Franken wechseln.
Foto: Walter Bieri (Keystone)

Herr Spieler, was halten Sie von der Seba Bank? Leserfrage von N.M.

Ich gehe davon aus, dass Sie die Inserate der Seba Bank gesehen haben, in denen diese unter der Schlagzeile «Haben Sie genug von Negativzinsen?» ihr bankeigenes Festgeld-Konto bewirbt. Die Bank mit Sitz in der Stadt Zug offeriert bis Einlagen von 500'000 Franken einen Zins von 0,5 Prozent und auf Dollarkonten gar 1 Prozent Zins – und dies alles gebührenfrei.

Zum Vergleich: Bei den meisten Banken bekommen Sie derzeit gar keinen Zins mehr – schon gar nicht auf grösseren Einlagen. Klar, fragt man sich schnell, was wohl der Haken sei, da andere Banken auf hohen Bankeinlagen keinen Zins zahlen, sondern Negativzinsen belasten. Für die Seba Bank geht es aus meiner Einschätzung wohl um zwei Dinge: Erstens braucht sie Kapital. Genau dieses bringen die Sparer, wenn sie bei der Bank Gelder deponieren. Gleichzeitig dürfte sich die Bank erhoffen, indirekt auch Kunden für ihre Kryptoanlagen zu gewinnen.

Wie bei jedem noch jungen Unternehmen sind die Risiken bei der Seba Bank grundsätzlich erhöht.

Die Seba Bank ist noch jung und wurde erst vor drei Jahren gegründet. Sie verfügt über eine Banklizenz der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) und fokussiert sich auf Krypotanlagen, Lending und die Tokenisierung von Wertgegenständen oder -papieren. Bei der Tokenisierung werden Werte digital abgebildet und übertragen. Die Seba Bank verwaltet und reguliert nach eigenen Angaben verschiedene Kryptovermögenswerte und Kryptowährungen, wie zum Beispiel Bitcoin, Ether, Litecoin und Stellar und bietet diese Dienstleistungen professionellen und institutionellen Kunden, Unternehmen und Privatinvestoren an. Erst im letzten Dezember hatte sie sich über eine Kapitalerhöhung weiteres Kapital bei institutionellen Investoren beschafft, die ihr weitere 20 Millionen Franken eingebracht hatten.

Ungewisse Zukunft: Bank Seba setzt auf Kryptowährungen.
Ungewisse Zukunft: Bank Seba setzt auf Kryptowährungen.
Foto: Walter Bieri (Keystone)

Für Sie als Sparerin stellt sich die Frage, wie sicher Ihr Geld ist, wenn Sie dieses bei der Seba Bank parkieren. Wie bei jedem noch jungen Unternehmen sind die Risiken bei der Seba Bank grundsätzlich erhöht. Die Bank muss sich unternehmerisch zuerst noch bewähren. Dies zeigt auch die Tatsache, dass es erst im letzten Jahr zu überraschenden personellen Abgängen an der Bankspitze gekommen ist. So trat der Präsident der Seba Bank, der Ex-Julius Bär-Verwaltungsrat und frühere UBS-Top-Banker Andreas Amschwand, überraschend zurück.

Wie gut die Bank für die Zukunft aufgestellt ist und ob sie jemals erfolgreich sein wird, kann ich nicht beurteilen. Für Sie entscheidend ist aber die Tatsache, dass die Bank über eine Banklizenz der Finma verfügt und somit auch von dieser überwacht wird. Dies bedeutet, dass bei der Seba Bank so wie bei allen Schweizer Banken Einlagen bis maximal 100'000 Franken je Kunde und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt sind. Vor diesem Hintergrund würde ich als Sparer sicher nicht mehr als 100'000 Franken bei der jungen Bank parkieren.

8 Kommentare
    C. F. Abel

    Warum für 0,5% alles riskieren, wenn der SPI doch knapp 3% 'rentiert'? Mit Absicherung sollten immer noch 1 bis 2% drinliegen. Inflation? - Dann gibt es immer noch Granit-solide Instrumente wie real units und hard currency funds