Arbeitswelt

Flexible Arbeitsmodelle sind gefragt

Veränderungen im Zuge der Digitalisierung, des dezentralisierten Arbeitens und einer neuen Generation von Mitarbeitenden sind unaufhaltsam. Wer sein Führungsverständnis heute nicht anpasst, hat morgen «ausgeführt».

Dezentrales Arbeiten an sogenannten «Third Places» wird in Unternehmen immer häufiger zum Thema.

Dezentrales Arbeiten an sogenannten «Third Places» wird in Unternehmen immer häufiger zum Thema. Bild: ZVG

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Das Beratungsunternehmen «Gall-up» veröffentlicht regelmässig Daten zum Mitarbeiter-Engage­ment. Gerade mal 13 Prozent der Schweizer Arbeitnehmer sind emotional mit ihrem Unternehmen verbunden und setzen sich mit Herzblut für dessen Ziele ein. Die restlichen 87 Prozent sind mehr oder weniger unbeteiligt oder arbeiten sogar aktiv gegen ihre Arbeitgeber. Verantwortungs­bewusste Führungskräfte erkennen, dass die Aktivierung eben dieser Arbeitnehmer ein enormes wirtschaftliches Potenzial birgt. Sie sind der Schlüssel zu einer höheren Produktivität, wertvolleren Kundeninteraktionen und mehr Einsatzbereitschaft – zu gleichen Lohnkosten.

Kompetenzentfaltung durch Vertrauen

Unser aktuelles Führungsverständnis stammt zu einem grossen Teil noch aus der Ära der zweiten industriellen Revolution. Inzwischen ist das Bildungsniveau in Mitteleuropa so hoch wie nie zuvor; zudem ist aktuelles Wissen per Knopfdruck sofort abrufbar. Die Aufgaben von Mitarbeitenden werden immer komplexer. Führungskräfte, die wohlgemeint «alles verstehen» wollen, haben bereits verloren. Ihnen stellt sich die Frage: Will ich am alten Führungsstil festhalten und versuchen, das Unkontrollierbare mit Autorität in den Griff zu bekommen und den daraus resultierenden Leistungsverlust in Kauf nehmen? Oder will ich mit einer klaren Ausrichtung und Vertrauen in die Kompetenz der Mitarbeitenden unerwartetes Poten­zial freisetzen?

Das Streben nach Sinnhaftigkeit

Auch unser aktueller Wohlstand und der soziale Frieden sind wohl so hoch und langandauernd wie nie zuvor. Waren früher Karrieremöglichkeiten, Status und Sicherheit bei der Arbeitgeberwahl entscheidend, schätzen junge Generationen ganz andere Werte. Sie streben nach einer Arbeit bei der sie einen tieferen Sinn verwirklichen können. Erwünscht sind Arbeitsmodelle, die es zulassen, mehreren Tätigkeiten gleichzeitig nachzugehen. Um auf dem umkämpften Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein, müssen Firmen einerseits klar aufzeigen, welchen Sinn und Zweck sie verfolgen. Andererseits sollten sie flexible Arbeits-, Organisations- und Führungsmodelle schaffen, die das Arbeiten an «Third Places» und in «Tätigkeitsportfolios» ermöglichen.

Erfolgreich durch Meta-Kompetenzen

Die Komplexität dezentralisiert arbeitender Teams verlangt nebst der disziplinarischen Führung nach Fachführung, nach Matrix- und Projekt-Organisationen. Ein Netzwerk an gleichberechtigt an der Wertschöpfung beteiligten Personen verdrängt das klassische Top-Down-Management zunehmend. Bei beziehungs- und wertschöpfungsorientierter sowie selbstorganisierter Arbeit brillieren Leader weniger durch klassische direktive Autorität, sondern vielmehr durch Meta-Kompetenzen, die zu einer «befähigenden Autorität» führen. Beispiele dafür sind effektive Problemlösung, Entscheidungen unter widersprüchlichen Einflussfaktoren, Moderation von interdisziplinären Teams oder die Mediation von Konflikten.

Wer die grosse Zahl der «unengagierten» Mitarbeitenden für sich gewinnen will, muss sich vom alten Führungsmuster verabschieden und den Menschen in den Mittelpunkt stellen. New Leadership bedeutet, klare Ausrichtungen und Handlungsrahmen zu schaffen und Mitarbeitende in ihrer Ganzheit und Einzigartigkeit zu sehen, akzeptieren, fördern und zu effektivem Handeln zu befähigen (envision and enable). Dabei geht es nicht um reine Philanthropie, sondern um eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, Führungskonzepte den aktuellen Umständen anzupassen, den herrschenden Produktivitätsdefiziten effektiv zu begegnen und wieder mehr Wirkung auf dem Markt zu erzielen.

Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG

Weiterführende Informationen: www.bildung-schweiz.ch/topics/fuehrung

Erstellt: 30.01.2019, 10:51 Uhr

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