Pädagogische Berufe - Eine Übersicht

In der Schweiz unterrichten auf den verschiedenen Bildungsstufen weit über 200'000 Lehrkräfte. Einige Fakten zum Berufsumfeld.

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Ein Blick in die Bildungsstatik 2017 des Bundesamts für Statistik BFS zeigt: Im Schuljahr 2016/17 besuchten in der Schweiz insgesamt 936 550 Schülerinnen und Schüler die obligatorische Schule. Diese Zahl fasst die Lernenden vom Kindergarten bis und mit der Sekundarstufe I zusammen. Weitere 365 559 Personen wurden auf der Sekundarstufe II, die unter anderem die berufliche Grundbildung und das Gymnasium einschliesst, unterrichtet. Zur selben Zeit drückten schweizweit 300 762 Studierende die Schulbank. Davon entfielen fast 57 000 auf den Bereich der Höheren Berufsbildung und etwas mehr als 244 000 auf die Hochschulen.

Insgesamt zählte die Schweiz im Schuljahr 2016/17 zusammengerechnet über 1,6 Millionen Lernende und Studierende. Das entspricht knapp einem Fünftel der Gesamtbevölkerung des Landes. Eine Zahl, die über die Jahre gesehen Schwankungen unterworfen ist. Seit dem Jahr 2000 zeigen sich dabei zwei Tendenzen. Aufgrund der demografischen Entwicklung stagnierten die Lernendenbestände in der obligatorischen Schule zunächst und begannen schliesslich sogar zu schrumpfen. Seit dem Schuljahr 2012/13 steigen sie nun aber wieder an. Bei den anderen Bildungsstufen zeigten die Zahlen des Trendbarometers indessen deutlich nach oben. Allein auf der Tertiärstufe hat sich der Personenbestand in Ausbildung seither nahezu verdoppelt.

Frauenanteil von 75 Prozent

Die Lernenden und Studierenden wurden im Schuljahr 2016/17 gemäss BFS schweizweit von total 213 239 Lehrkräften und Hochschulpersonal – entspricht 136 524 Vollzeitäquivalenten – betreut. Allein auf die obligatorische Schule entfielen 92 638 Lehrpersonen. In diesem Bereich war der Frauenanteil mit 75 Prozent mit Abstand am höchsten. Besonders bei den Allerjüngsten waren die Lehrkräfte praktisch überwiegend weiblich: Im Kindergarten stellten die Frauen fast 95 Prozent des Personals. Auf Sekundarstufe II und der Tertiärstufe gaben demgegenüber nach wie vor die Männer den Ton an. Der Frauenanteil lag hier jeweils bei knapp über vierzig Prozent. Auch zu den Löhnen liegen entsprechende Zahlen vor; im vergangenen Mai publizierte die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz ihre neuste Lohndatenerhebung der Lehrkräfte. Ein Blick in die Datensammlung zeigt: Der durchschnittliche Jahreslohn für eine ausgebildete Kindergarten-Lehrperson im ersten Arbeitsjahr liegt in der Deutschschweiz bei derzeit 73 196 Franken, inklusive 13. Monatslohn. Bis ins elfte Jahr steigt der Mittelwert auf 95 164 Franken. Demgegenüber verdient zum Beispiel eine Lehrkraft mit eidgenössischem Diplom an einer Berufsfachschule im Schnitt 98 932 Franken Anfangslohn. Ihr Sold steigt bis ins elfte Berufsjahr auf gut 130 000 Franken an.

Lehrermangel fassbar

Ein im Bildungsbereich bekanntes Problem ist der Bedarf an neuen Lehrkräften. Laut Szenarien des BFS bewegt sich die Zahl der Pensionierungen derzeit auf einem Höchststand: Allein für das Jahr 2017 wurden vierzig Prozent mehr Austritte als 2010 erwartet, mit kantonalen Unterschieden. Gemäss Einschätzung des Zürcher Volksschulamts vom Frühling war heuer wie im Vorjahr eine «tendenziell leicht angespannte Situation» anzutreffen. Während offene Stellen in Primar- und Sekundarschule grundsätzlich besetzt werden können, bereite der Kindergartenbereich Mühe. Hier seien weiterhin grössere Anstrengungen notwendig. Mittel- und längerfristige Prognosen deuten laut dem Amt wegen deutlich steigender Schülerzahlen auf einen künftigen Lehrermangel hin. Auch in Bern läuft die Suche nach neuen Lehrpersonen harzig. Vor allem in Randregionen und Agglomerationen sei es schwierig, Stellen für die Übertrittsstufe 5./6. Klasse und Unterstufe zu besetzen, berichtete SRF1 im Juli. Deshalb springen derzeit als Übergangslösung auch PH-Studierende in die Bresche. Bis Anfang Sommer haben sich dafür rund vierzig Schulen bei der Hochschule gemeldet. Der Kanton Bern setzt auch auf die Möglichkeit, bei Interesse mehr als 100 Prozent zu arbeiten. Er holt zudem Pensionierte zurück ins Schulzimmer und animiert Teilzeitlehrkräfte, ihr Pensum zu erhöhen.

Weitere Berufsfelder

Ins Spektrum der pädagogischen Berufe fallen indessen nicht nur die klassischen Lehrberufe der obligatorischen Schule und höherer Bildungsstufen. Es zählen verschiedene weitere Ausbildungen dazu, wie zum Beispiel in Heilpädagogik, Logopädie, Psychomotoriktherapie oder Religionspädagogik. Die Ausbildungen in diesen Berufszweigen erfolgen je nach Alters- und Schulstufe oder Unterrichtsfach an Pädagogischen Hochschulen, Universitäten oder Fachhochschulen.

Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG

Weiter führende Informationen: berufsberatung.ch, bildung-schweiz.ch (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.09.2018, 15:36 Uhr

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