Traumjob im Sportstudio

Im Berufsleben von Lukas Studer dreht sich alles um Sport. Es sei ein «Traumjob», meint der TV-Moderator. Auf dem Weg zum Ziel musste er einige Hürden nehmen.

Lukas Studer war zu Beginn seiner Karriere klar, dass niemand auf ihn gewartet hatte.

Lukas Studer war zu Beginn seiner Karriere klar, dass niemand auf ihn gewartet hatte. Bild: SRF/Oscar Alessio

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Noch zehn Sekunden, dann wird das Signet eingeblendet – und «top»: die Sendung beginnt. «Das ist sportaktuell, guten Abend liebe Zuschauerinnen und Zuschauer und herzlich willkommen», sagt Lukas Studer. Der Sportmoderator begrüsst an diesem Montag ein Publikum, das mehrere Hunderttausend Personen umfasst. Sie alle sitzen Zuhause in der warmen Stube und wollen sich über die aktuellen Sportereignisse des Tages informieren. Lukas Studer steht im SRF Sportstudio in Zürich-Leutschenbach. Er trägt Hemd, Gilet und Krawatte. Sein einziges Vis-à-vis ist der Kamera­mann. «Eigentlich ist es eine künstliche Situation», meint der 41-Jährige. Doch für ihn ist das längst Routine und er hat stets das gleiche Ziel: «Ich möchte zusammen mit dem Team eine gute Sendung machen. Egal, ob es Hunderttausend oder eine Million Zuschauer sind», bemerkt er.

Gedanke an Turnhalle weckte Zweifel

Lukas Studer arbeitet seit 2003 bei SRF Sport. Angetrieben von seiner Leidenschaft zum Sport wollte sich der ausgebildete Primarlehrer eigentlich zum Sportlehrer weiterbilden. «Jemand hat mir dann die Frage gestellt, ob ich mein Berufsleben wirklich in einer Turnhalle verbringen will», erzählt er. Es kamen Zweifel auf, er suchte nach neuen Perspektiven – immer den Fokus auf den Sport gerichtet. Als er bei RTL/Pro 7 ein Praktikum machen konnte, packte er die Chance. Dabei realisierte er, dass ihm das nötige «Rüstzeug» für diesen Beruf fehlte. Der damals 25-Jährige meldete sich kurzerhand an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft für den Studiengang Journalismus und Organisationskommunikation an. In der Auseinandersetzung mit verschiedenen Medien und journalistischen Darstellungsformen wurde für ihn sofort klar: «Das ist es!» Inzwischen sind sechzehn Jahre vergangen und Lukas Studer hat sich als Moderator bei SRF Sport etabliert. Wenn der dreifache Vater jeweils nach dem Mittagessen ins Fernsehstudio fährt, wo sein Dienst meist um 14 Uhr beginnt, ist ihm bewusst, dass er einen «Traumjob» hat. «In meinem Berufsalltag ist kein Tag wie der andere», sagt er. Im Newsroom, den er mit seinen Kolleginnen und Kollegen teilt, beobachtet er am Nachmittag das Sportgeschehen mit Argusaugen. Er recherchiert minutiös, um einen Sendungsbeitrag zu erstellen oder um sich auf die Moderation vorzubereiten. «Das Fachwissen über die verschiedenen Sportarten ist das A und O in meinem Beruf», betont er. Rund dreimal pro Woche ist ­Studer in den Sendungen «sportaktuell», «eishockeyaktuell» und «Super League-Goool» zu sehen. Er mag diese Rolle und steht gerne vor Leute hin, wenn er etwas zu sagen hat. Noch viel lieber ist es dem gewandten Rhetoriker allerdings, wenn er das Publikum physisch fühlen kann. «Live-Events wie etwa Olympische Spiele oder eine Fussball-Weltmeisterschaft sind für mich absolute Highlights», schwärmt Studer. Dass er dafür höchst unregelmässige Arbeitszeiten in Kauf nehmen muss, steckt er weg.

Niemand wartete auf ihn

Auf dem Weg zum Wunschberuf stellten sich Lukas Studer einige Hindernisse. «Mir war schon während des Studiums klar, dass niemand auf mich gewartet hat», meint er. Den Einstieg bei SRF Sport fand er «nach mehrmaligem Anklopfen und Nachfragen» als Praktikant. Als eine Assistenzstelle frei wurde, musste er einen Test absolvieren und sein Sportwissen unter Beweis stellen. 2005 öffnete sich die Tür dann endgültig: Lukas Studer bekam einen Platz als Stagiaire und wurde innerhalb von eineinhalb Jahren zum Fernsehjournalisten ausgebildet. Dass er heute als Moderator vor der Kamera steht, ist auf ein Casting zurückzuführen, das er mit Erfolg durchlaufen hat. An seine ersten Einsätze erinnert er sich gut: «Ich hatte schlaflose Nächte», gesteht er. Irgendwann habe er sich gefragt, was das Schlimmste wäre, das passieren könnte. Die Antwort darauf ist erhellend: «Wenn ein Moderator aus der Rolle fällt, dann ist das – in Bezug auf das Weltgeschehen – unbedeutend.»

Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG

Weiterführende Informationen: www.bildung-schweiz.ch/topics/kommunikation-medien (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.11.2018, 10:43 Uhr

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