Weiterbildungswünsche scheitern oft am Geld

In Tageszeitungen inserieren viele Bildungsanbieter - ein Zeichen, dass das Geschäft mit der Weiterbildung floriert. Was aber nicht bedeutet, dass sich jeder eine Weiterbildung mit einem arbeitsmarktrelevanten Abschluss leisten kann.

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Weiterbildungskosten können heute 4-, sogar 5-stellige Beträge bedeuten. Nicht selten werden attraktive Weiterbildungsziele gar nicht erst ins Auge gefasst, weil die Finanzierung von teuren Weiterbildungen nicht möglich scheint. Manchmal müssen Ausbildungen abgebrochen werden, weil die Finanzierung nicht mehr sichergestellt ist oder die zu erwartenden Kosten unterschätzt wurden. Die Kosten für den Lebensunterhalt inklusive Weiterbildung können leicht mittels im Internet erhältlichen Budgetformularen eingeschätzt werden.

Es wird eng
Um die finanziellen Möglichkeiten auszuloten, gilt es, zuerst den Arbeitgeber für eine Beteiligung an den Weiterbildungskosten zu gewinnen. Vielleicht muss man gezielt die Ausgaben senken. Welche Möglichkeiten der Finanzierung der Weiterbildung bestehen, wenn das nötige Geld im Moment nicht zur Verfügung steht und der Arbeitgeber sich nicht engagieren will?

  • Darlehen:
  • Stipendienabteilungen gewähren in besonderen Fällen zinslose Darlehen. Geben Verwandte oder Freunde ein Darlehen, regelt man die Bedingungen in einem Vertrag: Betrag in Franken, Rückzahlungsmodus und -termin, Zins, Ort, Datum, beide Unterschriften. Darlehen müssen in bestimmten Fristen abgezahlt werden. Banken bieten heute kaum mehr Bildungsdarlehen an.
  • Erbvorbezug:
  • Lebzeitige Zuwendung eines Vermögenswertes an einen mutmasslichen zukünftigen Erben, auf Anrechnung an dessen Erbteil.
  • Schenkung:
  • Zuwendung eines Vermögenswertes, mit steuerlichen Folgen. Erbvorbezug und Schenkungen können in Familien zu Konflikten führen. Idealerweise findet man vor Vertragsabschluss einen Konsens mit allen Betroffenen.
  • Bei Erwerbslosigkeit:
  • Ausbildungszuschüsse ermöglichen das Nachholen einer
  • Grundausbildung oder die Anpassung der bereits erworbenen Ausbildung an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes. Über das Gesuch entscheidet das RAV.
  • Stipendien:
  • In der Schweiz ist das staatliche Stipendienwesen kantonal geregelt. Entscheidend ist der Wohnsitz. Ideal ist, wenn auch die Weiterbildung in diesem Kanton erfolgt.
  • Stipendienberatung bekommt man in Kantonalen Berufsinformationszentren BIZ.
  • Stiftungen:
  • In der Schweiz gibt es rund 13 000 privatrechtliche Stiftungen und Fonds. Viele fördern Bildung, Forschung, Kultur und Soziales, indem sie Stipendien und andere Fördergelder sprechen.
  • Bundesbeiträge für Kurse, die auf eidgenössische Prüfungen vorbereiten:
  • Seit 2018 werden Absolvierende von Kursen, die auf eine eidgenössische Prüfung vorbereiten, finanziell unterstützt. Sie können einen entsprechenden Antrag beim Bund stellen. Bundesbeiträge können für Kurse beantragt werden, die auf der Liste der vorbereitenden Kurse (Meldeliste) stehen.
Steuerliche Abzüge für Weiterbildung
Ob und in welcher Höhe Weiterbildungskosten von den Steuern abgezogen werden können, unterscheidet sich wie die Stipendienregelung von Kanton zu Kanton. Die Weiterbildung muss in einem direkten Zusammenhang mit dem erlernten oder dem ausgeübten Beruf stehen. Die Auslagen müssen belegt werden, also Quittungen immer sammeln. Abzugsfähig sind nicht nur Kurskosten, auch Transport und auswärtige Verpflegung. Umschulungskosten können abgezogen werden, beispielsweise bei gesundheitlichen Einschränkungen oder Rationalisierungen am Arbeitsplatz.

Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG

Weiterführende Informationen: www.ausbildungsbeitraege.ch, www.budgetberatung.ch (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.09.2018, 15:40 Uhr

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