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38 Erdstösse in 49 StundenCassis: «Schweiz an der Seite von Kroatien»

Nach mehreren Erdbeben steht Kroatien unter Schock. Die Schweiz hat dem Land nun ihre Hilfe angeboten, wie Aussenminister Ignazio Cassis vermeldet.

Aufräumarbeiten nach dem schweren Beben am 29. Dezember 2020 in Petrinja.
Aufräumarbeiten nach dem schweren Beben am 29. Dezember 2020 in Petrinja.
Foto: Antonio Bronic (Reuters) 

Nach schweren Erdbeben in Kroatien hat die Schweiz dem Land ihre Hilfe angeboten. Das gab der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis am Mittwochnachmittag auf Twitter bekannt. Die Schweiz stehe an der Seite von Kroatien.

Schon das zweite Mal in diesem Jahr hätten in Kroatien Erdbeben Verwüstungen angerichtet, hiess es im Tweet von Cassis. Die Schweiz stehe in dieser schwierigen Situation an der Seite dieses befreundeten europäischen Staates. Sie habe Kroatien ihre Hilfe angeboten, schrieb Cassis.

Nach einer mehrtägigen Erdbebenserie in der Region südlich der Hauptstadt Zagreb steht das EU- und Urlaubsland Kroatien unter Schock. Beim schwersten Erdstoss der Stärke 6,4 waren am Dienstag mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen ein zwölfjähriges Mädchen, wie kroatische Medien am Mittwoch berichteten.

Sie starben in eingestürzten Häusern oder wurden von herabfallenden Trümmern erschlagen. 26 Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen schwer, teilte das Innenministerium mit.

Am schwersten betroffen war ein Gebiet 40 bis 50 Kilometer südlich und südöstlich von Zagreb. Die Kleinstädte Sisak, Petrinja und Glina sowie dazwischen liegende Dörfer liegen teilweise in Trümmern. In Petrinja verbrachten viele Menschen aus Angst vor neuen Beben die Nacht im Freien.

Auch am Mittwoch bebte die Erde noch. Das European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) meldete im Raum Petrinja drei Erdstösse der Stärke 4,8, 4,6 und 4,0. Über neue Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Jene Ruinen, die zuvor noch nicht ganz eingestürzt waren, lägen nun in Trümmern, berichtete der Bürgermeister von Petrinja, Darinko Dumbovic, im staatlichen Fernsehen HRT.

Insgesamt seien seit Montag, als erste Beben der Stärke 5,2 und 5,0 die Region um Petrinja erschüttert hatten, rund 40 Erdstösse verzeichnet worden, berichtete das Nachrichtenportal «jutarnji.hr». Seismologen schliessen weitere Erderschütterungen nicht aus.

Das betroffene Gebiet liegt in einer tektonischen Störzone. Dort können sich jene Spannungen in Form von Erdbeben entladen, die durch die Verschiebung von in der Tiefe liegenden Erdplatten entstehen, teilte das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam mit.

Kroatien leide demnach darunter, dass sich die Adriatische Platte auf das kroatische Festland zubewegt und den Sockel des Dinarischen Gebirges, das parallel zur Adriaküste verläuft, unter Druck setzt. Erst im März hatte ein Erdbeben der Stärke 5,4 in Zagreb grosse Schäden angerichtet. Eine Jugendliche war gestorben, mehr als zwei Dutzend Menschen wurden verletzt.

Papst Franziskus betete am Mittwoch für die Betroffenen des Erdbebens in Kroatien. Bei seiner Generalaudienz im Vatikan sagte das katholische Kirchenoberhaupt: «Ich bin den Verletzten nahe und denjenigen, die durch das Beben betroffen sind, und bete besonders für diejenigen, die ihr Leben verloren haben, und für deren Familienangehörige.» In Kroatien bekennen sich 86 Prozent der Bevölkerung zum katholischen Glauben.

Drohnenaufnahmen zeigen das Ausmass der Zerstörung in Petrinja am 30. Dezember 2020.
Drohnenaufnahmen zeigen das Ausmass der Zerstörung in Petrinja am 30. Dezember 2020.
Foto: Antonio Bronic (Reuters) 

SDA

4 Kommentare
    Romi

    ich habe sehr viele Möglichkeiten zum Spendenbekommen. Gibt es da etwas offizielles zum Spenden? ich weiss nicht warum, aber bei manchen zweifle ich, ob da das Geld richtig ankommt