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Welche Fussball-Liga ist die beste?

In dieser Rubrik beantworten unsere Redaktorinnen und Redaktoren häufig gegoogelte Fragen.

Nein, die Premier League ist nicht die beste. Hier Liverpool-Coach Jürgen Klopp im Normalzustand.
Nein, die Premier League ist nicht die beste. Hier Liverpool-Coach Jürgen Klopp im Normalzustand.
Keystone

Die gemeine Sofakartoffel entwickelt in der Regel über die Jahre hinweg eine solide fussballerische Buchhaltung. Sie kennt also die Tabellen, kann die wichtigsten Spieler ihren aktuellen Vereinen zuordnen und weiss um brisante Affichen. Irgendwann stellt sich ihr, der gemeinen Sofakartoffel, die Frage: Welche Liga ist die beste der besten? Welche verdient ihre Aufmerksamkeit?

Die erste Antwort lautet meist: Premier League. Die englische Liga hat das meiste Geld und lockt damit die besten Spieler an. Hier sehen wir Klopps Heavy-Metal-Gekicke und Man Citys Tikitaka. Die Briten haben das Geld aber nicht irgendwoher, sondern sind Spielzeug für Milliardäre und Objekte perversen Sponsorings. Der Neoliberalismus als zwölfter Mann, das kann es nicht gewesen sein. Vielleicht Spanien, La Liga? Auch nicht. Denn hier gibts nur die Königlichen und die Katalanen – eine Monokultur, zum Gähnen. Die Bundesliga schliesslich denkt zwar gross, aber Megastars hat sie keine, weil ihre Vereine penibel auf die Kasse schauen. Austerität ist auch im Fussball wenig sexy.

Nein, die beste Fussballliga ist... die Schweizer Liga. Die Umbenennung in «Super League» war dabei ziemlich unglücklich, denn «super» ist die Liga gerade nicht. Vielmehr bietet sie geniales Mittelmass. Sie hat von allem etwas – und damit mehr Facetten und Sensationen als alle anderen Ligen. Man konnte hier Juwelen wie Shaqiri oder Embolo bestaunen, deren Dribblings man sofort ansah: Die werden bald über die Schweiz hinaus glänzen. Altmeister, die gern die Schweiz als letztes Refugium wählen, zeigen ihr Können, von Netzer bis Gattuso.

In der Super League gibts aber stets auch Spieler, bei denen man bis zum Karriereende nicht mit Bestimmtheit sagen kann, ob ihnen der Ball Freude bereitet, oder ob sie Angst vor ihm haben. Stoppfehler und üble Fehlpässe, falsche Einwürfe und Abschläge, die direkt ins Aus gehen: Bekommt man alles geboten in dieser Liga.

Dazu das Drama der Funktionäre, die dilettantisch mit ihren Budgets jonglieren, plötzlich in Kabinen hineinplatzen und sich in Zeitungen aufplustern – eine Dauergroteske von dürrenmattscher Dimension. Richtig professionell dürfte der Schweizer Fussball nicht mehr werden. Komplett amateurhaft aber wohl auch nicht.

Luzern gegen Thun, 65. Minute, es steht 0:0, alles Mögliche ist noch möglich: Das ist dann eigentlich ein sehr guter Moment im Leben.

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