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ZSC Lions und HC LuganoWenn 33 Corona-Ansteckungen zum Vorteil werden können

13 aktuelle Corona-Fälle bei den ZSC Lions. Sogar 20 beim HC Lugano. Das hört sich wie ein Desaster an. Aber das Gegenteil könnte der Fall sein.

Trotz Einhaltens der Schutzmassnahmen (hier Teamarzt Gerry Büsser mit Maske) häufen sich die Corona-Fälle bei den ZSC Lions.
Trotz Einhaltens der Schutzmassnahmen (hier Teamarzt Gerry Büsser mit Maske) häufen sich die Corona-Fälle bei den ZSC Lions.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Gemeinsam meldeten die ZSC Lions und der HC Lugano in den vergangenen Tagen 33 Neuansteckungen mit Covid-19. Eine beängstigende Zahl. Aber das Wichtigste gleich vorneweg: Bei keinem der betroffenen Spieler oder Staff-Mitglieder hat die Krankheit bislang einen schwereren Verlauf genommen. «Stand jetzt, ist das bei uns nicht der Fall, und das Wichtigste ist nun, dass auch niemand Folgeschäden davonträgt», sagt Peter Zahner, CEO der ZSC Lions. Darauf legt man auch in Lugano grossen Wert. «Wir müssen nun schauen, dass es unseren Spielern wirklich gut geht, und wir werden die Lungenfunktion sowie das Herz-Kreislauf-System der Betroffenen sehr genau testen», betont CEO Marco Werder.

Wie kam es zu den Ansteckungen?

Er sei schon erschrocken, als die vielen Neuansteckungen bekannt geworden seien, sagt Werder. Man habe sich stets an die Schutzkonzepte gehalten, die Mannschaft nehme die Sache sehr ernst. «Wir haben Spieler im Team, die wegen Covid-19 Verwandte verloren haben», so Werder. Und dennoch sei es geschehen: «Man kann noch so vorsichtig sein, dieses Virus hat trotzdem 1000 Chancen.» Die ZSC Lions nahmen bei der Corona-Prävention sogar eine Vorreiterrolle ein, zuletzt wurden beispielsweise Plexiglaswände an den Spielerbänken montiert, die die Spieler zusätzlich schützen sollen. Entscheidend geholfen hat diese Massnahme nicht. «Wir haben alles getan, aber ein Restrisiko bleibt eben trotzdem», konstatiert Zahner.

Wie es zu den vielen Ansteckungen kommen konnte, wissen die beiden CEOs nicht. «War es in der Garderobe? Auf dem Weg aufs Eis? Im Bus? Oder sonst wo? Wir fragen uns das ständig, aber haben keine Antwort», gesteht Werder. Zwangsläufig gibt es nun auch Mutmassungen, dass die Übertragung eben doch auf dem Eis, wo Fachexperten die Gefahr bislang als äusserst gering eingestuft hatten, stattgefunden haben könnte. Zahner dazu: «Vor solchen Spekulationen warne ich, solange es keinen Beweis dafür gibt.»

«Wir hoffen schon, dass wir nun Ruhe haben»

Obwohl beide Teams nun wegen Corona-Fällen zum zweiten Mal in dieser Saison ausser Gefecht gesetzt sind und in die Quarantäne geschickt wurden – nur schlecht ist ihre Ausgangslage für die Zukunft in dieser verrückten Saison nicht. Sie kann sogar zum Vorteil werden. Denn sowohl beim HC Lugano wie auch bei den ZSC Lions ist inzwischen ein Grossteil der Mannschaft durchseucht und bald mit Antikörpern im Blut unterwegs. «Wir haben es nicht absichtlich gemacht, so etwas wäre unverschämt. Aber wir erhoffen uns nun, wo es so ist, natürlich schon einen Vorteil, indem wir für die nächsten drei bis vier Monate keine Probleme mehr haben», gesteht Zahner. Und auch Werder erklärt: «Wir hoffen, dass wir nun Ruhe haben. Es wird sicher einen Moment dauern, bis wir wieder auf der Höhe sind, aber danach können wir hoffentlich wieder richtig Gas geben.»

1 Kommentar
    Hendrik

    Bis zu den Playoffs sind die Spieler der übrigen Clubs hoffentlich geimpft, dann haben wieder alle gleich lange Spiesse. Ausser wenn die Leistungsfähigkeit der ZSC- & HCL-Spieler durch das Virus beeinträchtigt wird.