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Gesehen & gehört im KantonsratWenn die Hochzeitsglocken verstummen

Der Kanton Zürich will kleine Gemeinden verkuppeln. Zwei Trauungen sind aber krachend gescheitert. Es braucht eine bessere Ehevorbereitung.

Kein Vermählung: Die Glocken hängen ungebraucht.
Kein Vermählung: Die Glocken hängen ungebraucht.
Foto: Tages-Anzeiger

Julia Roberts rennt im Film «Die Braut, die sich nicht traut» immer wieder weg, wenns in der Kirche ernst wird. Im Zürcher Weinland haben sich am Sonntag gleich vier Gemeinden aus dem Staub gemacht. Die Hochzeitsplaner hatten auch keine banale Zweiertrauung arrangiert, sondern eine Grossheirat der sechs Gemeinden Andelfingen, Kleinandelfingen, Henggart, Thalheim an der Thur, Adlikon und Humlikon.

Letztere beiden blieben verdutzt im Trausaal stehen. Adlikon und Humlikon waren so vorfreudig gewesen, dass sie klar und laut Ja gesagt hatten, mit je über 88 Prozent. Aber was nützt es, wenn die grösste Braut am schnellsten abhaut? Henggart, wo das Gemeindehaus die gemeinsame Verwaltung beherbergt hätte, verpasste den Traukandidaten vor der Flucht eine kräftige Ohrfeige: 15,8 Prozent Ja. Da fragten sich die kleinen Willigen, warum die grosse Partnerin kurz zuvor quasi ein Heiratsversprechen abgegeben hatte, als sie Fusionsverhandlungen aufgenommen hatte.

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