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Torloses Remis für FCZWenn keine Tore das Maximum für die Zürcher sind

Der FC Zürich wird in Luzern lange dominiert, rettet aber einen Punkt. Trainer Massimo Rizzo findet, mehr habe sein Team auch nicht verdient.

Kein Durchkommen für Louis Schaub und seinen FC Luzern gegen die Abwehr des FC Zürich.
Kein Durchkommen für Louis Schaub und seinen FC Luzern gegen die Abwehr des FC Zürich.
Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Es läuft erst die 36. Minute, als Stefan Knezevic bereits die Geduld mit seinen Mitspielern verliert. «Mached mal das Sch…goal, Mann!», brüllt der Innenverteidiger des FC Luzern seinen Vorderleuten über das halbe Feld zu. Vielleicht etwas unfein im Ausdruck. Aber richtig in der Sache.

Die Luzerner erdrücken den FC Zürich. Sie stellen den Zürchern viele Fragen mit ihren ständigen Positionswechseln, ihren angriffslustigen Aussenverteidigern und dem stets anspielbaren Stürmer Dejan Sorgic. Der FCZ findet vor allem in Halbzeit eins selten die richtige Antwort.

Aber er kämpft und rennt und rettet sich am Ende schliesslich zu einem 0:0. Es ist das Maximum an diesem Abend aus Zürcher Sicht. Oder wie es Goalie Yanick Brecher sagt: «Wir können mit dem Punkt sehr gut leben.»

Interessanterweise gilt das Gleiche für Fabio Celestini. Auch wenn sein Team am Ende mit 28 zu 7 Schüssen führt, einmal den Pfosten getroffen hat und in Halbzeit eins einen Elfmeter für sich reklamiert. Ousmane Doumbia hat in der 38. Minute Glück, als er nach einem vertändelten Ball im eigenen Sechzehner Pascal Schürpf an der Wade trifft.

All das hat Luzerns Trainer auch gesehen. Und doch ist Celestini zufrieden, weil er findet: «Wenn du so oft aufs Tor schiesst, dann kommt in der zweiten Halbzeit die Angst hoch, dass du noch 0:1 verlierst.» Ein Sieg wäre dann allerdings ein zu hoher Lohn für den Auftritt des FCZ gewesen. Findet auch Rizzo: «Das hätten wir nicht verdient gehabt.»

Wechsel gegen die Wintermüdigkeit

Der Zürcher Trainer reagiert nach einer ersten Halbzeit, in der sein Team unter Dauerdruck steht. Er bringt Adrian Winter für Wilfried Gnonto und Assan Ceesay für Blaz Kramer. Rizzo will die Wechsel nicht als Kritik an den Ausgewechselten verstanden haben: «Es war von Anfang an abgemacht, dass wir früh wechseln, weil wir eine gewisse Müdigkeit ausgemacht haben.»

Vielleicht ist das auch ein kleines Eingeständnis Rizzos, dass er seine Stammspieler etwas über Gebühr strapaziert hat. In Luzern fehlen Benjamin Kololli und Becir Omeragic mit Muskelverletzungen. Beide hätten dem FCZ in diesem komplizierten Spiel vermutlich geholfen. Auch wenn Rechtsverteidiger Silvan Wallner als Omeragic-Ersatz mit ganzem Herzen spielt.

Die Zürcher sind nach der Pause vor allem dank Ceesay etwas besser im Spiel. Aber zu einer gefährlichen Torchance kommen sie bis zum Ende nicht. Sie spielen ein wenig so, wie Rizzos Erklärung zu seinen Wechseln klingt: «Du erhoffst dir … keine Ahnung … dass der Ball reinfällt.»

Aber es fällt kein Ball rein, auf keiner Seite. Was Celestini «etwas merkwürdig» findet. Schliesslich sind der FCZ und der FCL mit 19 beziehungsweise 18 Toren bis zu diesem Abend die beiden Teams, die in der Liga am häufigsten getroffen haben.

Vermutlich aber fehlt beiden etwas die Frische. Sie sehnen sich nach der Winterpause. Zwei Partien stehen bis dahin noch an. Für den FCZ heissen die Gegner Servette und Sitten. Gegen die Genfer wird Trainer Rizzo einen weiteren seiner Stammspieler ersetzen müssen. Innenverteidiger Nathan fehlt dann mit einer Gelbsperre.