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Parallelrennen im SkisportWer will denn diesen Schwachsinn?

Der Weltcuptross macht Halt in Österreich für zwei Parallelriesenslaloms. Das Format ist ein Witz, absurd und gefährlich. Oder etwa nicht?

«Abschaffen!»

Philipp Rindlisbacher, Sportredaktor Tamedia

Es ist absurd, ein Witz, eigentlich ein Skandal. Wer die Abfahrt von Kitzbühel gewinnt, erhält 100 Weltcup-Punkte. Für den Sieg beim Parallelrennen von Lech-Zürs? Gibts ebenfalls 100 Punkte. Kitzbühel ist der Gral der Skifahrer, eine technische Herkulesaufgabe, Mutprobe für jedermann. Die Bedeutung von Parallelrennen hingegen ist marginal, sie finden auf wenig anspruchsvollen Hängen statt. Viel schlimmer: Am Regiepult sitzt nicht selten der Zufall.

Clara Direz und Rasmus Windingstad gewannen letzte Saison je einen Parallelbewerb. Bei beiden handelte es sich um den Premieren-Sieg, selbst in der Szene ist ihre Bekanntheit überschaubar. Elisa Mörzinger wedelte auf Platz 2, ihr zweitbestes Karriereresultat? Rang 32! Auch Thomas Tumler strahlte als Zweiter vom Podest, sonst war er einen Winter lang ziemlich konstant im Bereich «ferner fuhren» zu finden. Der Bündner stiess in Chamonix in den Final vor, weil in den K.-o.-Läufen alle Gegner ausgefallen waren. Zwischen dem roten und blauen Kurs gab es kaum Abstand, Tumler kollidierte beinahe mit einem Kontrahenten. Fünf Fahrer fielen verletzt aus. Weshalb Alexis Pinturault fragte: «Wie gefährlich ist das? Wer will das? Werden unsere Worte nicht erhört?»

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