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Erstes Eistraining der ZSC LionsWeshalb nur einer der beiden ZSC-Schweden in Quarantäne musste

Nach fünf Monaten standen die ZSC Lions wieder gemeinsam auf dem Eis. Trainer Rikard Grönborg ist vom Formstand seiner Schützlinge schon sehr angetan.

ZSC-Flügel Fredrik Pettersson musste zehn Tage in die Quarantäne, als er aus Schweden zurückkehrte.
ZSC-Flügel Fredrik Pettersson musste zehn Tage in die Quarantäne, als er aus Schweden zurückkehrte.
Walter Bieri/Keystone

Die Spielfreude ist den ZSC Lions anzumerken. Zwei Stunden wird in der Kunsteisbahn Oerlikon geübt, es gibt nur wenige Trinkpausen und kurze Voten von Cheftrainer Rikard Grönborg. «Es hat richtig Spass gemacht, das erste Mal alle zu sehen, auch die Ausländer und die neuen Spieler», sagt Patrick Geering nach der intensiven Einheit.

Vor dem «Stadiönli» war der Meisterschaftsmitfavorit auf der Leuchtreklame begrüsst worden: «Welcome back Lions. Stay healthy.» Tatsächlich geniesst der Schutz der Gesundheit bei den Zürchern oberste Priorität und dies seit Monaten. Während des Lockdown hatten die Lions in sehenswerten Clips ihre Vorbildfunktion wahrgenommen, nun wurden die Spieler am Montag vor Trainingsbeginn in einem ausführlichen Meeting darüber informiert, was geht und was nicht.

Was er sieht, gefällt ihm: ZSC-Trainer Rikard Grönborg.
Was er sieht, gefällt ihm: ZSC-Trainer Rikard Grönborg.
Ennio Leanza/Keystone

Zu den Massnahmen, die sie umzusetzen haben, um das Social Distancing zu erfüllen, zählen unter anderem: Maskenpflicht beim Betreten des Trainingscenters, zwei verschiedene Garderoben, zu Reisen im Bus sind nur noch Spieler und die vier Mitglieder des Trainerstaffs zugelassen, alle anderen fahren in Personenwagen. Es seien Massnahmen, die man aushalten könne, sagt Captain Geering: «Wir wollen schliesslich so bald wie möglich wieder vor möglichst vielen Zuschauern Matches bestreiten.» Vorerst müssen die Fans noch draussen bleiben, einzig einige wenige Medienvertreter beobachten die Einheit.

Der eine Schwede in Quarantäne, der andere nicht

153 Tage lag der letzte Sieg der Zürcher zurück. Gefühlt stammt jenes 4:1 im letzten Regular-Season-Match gegen den EV Zug, das in extremis den Qualifikationssieg ermöglichte, aus einem anderen Leben. Nun ging der erste kleine Erfolg seither – nach einem Spiel drei gegen drei quer in einem Drittel – an Team blau. Zu den Siegern, die coronakonform mit den Stöcken abklatschen, gehören Geering, Roman Wick, Chris Baltisberger, Garrett Roe, Marcus Kruger und Fredrik Pettersson.

Bei den beiden Schweden war in der letzten Zeit die Gemütslage unterschiedlich gewesen. Als Pettersson aus seiner Heimat nach Zürich zurückkehrte, gab es noch Einreisebeschränkungen für Reisende aus Schweden, und so musste der abschlussstarke Flügel zehn Tage in Quarantäne. Einen Tag später wurden die Massnahmen ausgesetzt, und so kam Landsmann Krüger in extremis um die Zwangspause herum. «Freddie hatte einfach Pech», sagt Sportchef Sven Leuenberger.

Das Tempo ist bei den Übungen schon hoch, die Spieler scheinen die unfreiwillig lange Sommerpause optimal genutzt zu haben. Grönborg, der selber während der Coronapause die Schweiz nie verlassen hat, bestätigt: «Wir werden in dieser Woche testen, aber so wie wir bisher gesehen haben, ist die Verfassung der Spieler so gut wie nie.»

Nur Blindenbacher fehlte

Prominenter Trainingsgast war Mirco Müller. Der 25-jährige Verteidiger steht nach dem Auslaufen seines Vertrages bei den New Jersey Devils vor einer ungewissen Zukunft. Ab nächster Woche werden sich dann auch Tim Berni und Marco Rossi mit den Lions fit halten, Pius Suter, der im Spätherbst nach Chicago übersiedeln wird, wird derweil die Vorbereitung mit den GCK Lions bestreiten. Es fehlte einzig Severin Blindenbacher, dessen Gesundheitszustand es aktuell noch nicht erlaubt, ans Limit zu gehen. «Im Moment machen Trainings mit der Mannschaft für ihn noch keinen Sinn», sagt Leuenberger.

Die Fragezeichen über dem Start der kommenden Saison sind noch allgegenwärtig, Grönborg mag sich aber nicht ausführlich damit beschäftigen: «Wir versuchen, das zu kontrollieren, was in unserer Macht steht. Wir bereiten uns auf den Saisonstart am 18. September vor, und falls sich die Situation ändern sollte, können wir das sowieso nicht ändern.»

1 Kommentar
    Peter Zuberbühler

    Ich befürchte, dass wir Blindenbacher nie mehr im ZSC-Dress sehen werden.