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Trends im TourismusWie Corona unser Reiseverhalten verändert

Die Schweizerinnen und Schweizer verbringen ihre Ferien vermehrt im eigenen Land und planen diese kurzfristiger.

Der Mundschutz gehört inzwischen dazu. Doch die Lust am Reisen ist den Schweizerinnen und Schweizern noch nicht vergangen.
Der Mundschutz gehört inzwischen dazu. Doch die Lust am Reisen ist den Schweizerinnen und Schweizern noch nicht vergangen.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Inwiefern beeinflusst die Pandemie das Verhalten der reisewilligen Schweizerinnen und Schweizer? Die hiesigen Reiseveranstalter wollten es genau wissen und haben dazu eine repräsentative Umfrage bei Allianz Partners in Auftrag gegeben. Die Erkenntnisse sollen der arg gebeutelten Branche helfen, besser durch die Krise zu kommen.

Trotz der weltweiten Einschränkungen zeigt sich die Schweizer Bevölkerung reisefreudig. 9 von 10 Schweizern gingen in diesem Jahr mindestens einmal in die Ferien oder haben das noch vor. Mit durchschnittlich 2,6 Ferienaufenthalten pro Jahr sind die Anzahl Ausflüge – gemessen am Ausmass der Krise – nur leicht zurückgegangen und bewegen sich auf ähnlichem Niveau wie 2019.

Auto hängt Flugzeug ab

Das eigene Auto als Transportmittel in die Ferien konnte dank Corona-Pandemie und Nachhaltigkeitstrend den Abstand zum Flugzeug weiter ausbauen. So wird das Auto für jede zweite Reise genutzt. Die Zahl der Viel- und Gelegenheitsflieger geht im laufenden Jahr deutlich zurück.

9 von 10 Schweizern übernachten am liebsten im Hotel, wenn sie in die Ferien reisen. Die Hotelübernachtung liegt damit in der Beliebtheit weit vor der Ferienwohnung, dem Ferienhaus oder auch dem Wohnwagen. Auch Sharing-Economy-Angebote wie Airbnb konnten in diesem Jahr nicht überzeugen.

Eine Jahresreiseversicherung gehört für eine Mehrheit der Schweizer zu den Ferien dazu. Die Bedeutung der Annullierungskostendeckung ist weiter gestiegen. Die Corona-Krise hat aber auch dazu geführt, dass Reisende vermehrt kurzfristige Reiseversicherungen abschliessen und sich stärker mit dem Thema auseinandersetzen.

Lokale statt globale Ziele

Das Coronavirus hat die Reisepläne im Jahr 2020 bei einem Viertel der Umfrageteilnehmer nicht beeinflusst. Der Rest musste seine Pläne anpassen oder ist noch unschlüssig, wie die Reisevorhaben konkret aussehen. Diese Unsicherheit hat zur Folge, dass die Schweizer in Zukunft weniger weit weg reisen.

Gleichzeitig achten sie genauer auf Stornobedingungen und buchen Reisen kurzfristiger. Das geschieht immer mehr direkt beim Reisebüro. Jeder zweite Befragte hat vor, die Ferien vermehrt in der Schweiz zu verbringen.

«Immer mehr Reisende wenden sich wieder direkt an die Reisebüros.»

Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands

Mit Blick auf das Buchungsverhalten können die Reiseveranstalter wieder mit mehr Kundenkontakten rechnen. «Immer mehr Reisende wenden sich wieder direkt an die Reisebüros», sagt Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands. «Bei Schwierigkeiten hat es der Kunde so mit einem einzigen Ansprechpartner zu tun anstatt mit mehreren Leistungsträgern wie Hotels oder Fluggesellschaften.» Auf diese Entwicklung solle sich die Branche vorbereiten.