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Wieso hat die Schweiz so viele gute Torhüter?

In dieser Rubrik beantworten unsere Redaktorinnen und Redaktoren häufig gegoogelte Fragen.

Schweizer Fussballtorhüter Yann Sommer hat, was ein guter Goali braucht. Foto: Melanie Duchene/EQ Images
Schweizer Fussballtorhüter Yann Sommer hat, was ein guter Goali braucht. Foto: Melanie Duchene/EQ Images

Die einfachste Antwort auf diese Frage hat Patrick Foletti. Seit acht Jahren ist er beim Schweizerischen Fussballverband für die Ausbildung der Torhüter und ihrer Trainer zuständig. Der 45-jährige Tessiner, in diesem Thema der Fachmann schlechthin, sagt: «Der wichtigste Grund ist Mutter Natur.»

Die Schweiz hat während Generationen immer wieder richtig gute Goalies gehabt, Charly Elsener, den Frauenschwarm mit dem grünen Pullover, Mario Prosperi, Erich Burgener, Roger Berbig oder Diego Benaglio. Und jetzt gibt es gleich ein paar Schweizer, die internationale Spitzenklasse sind oder zumindest einmal das Talent dafür mitbringen: Yann Sommer und Roman Bürki, Yvon Mvogo, Jonas Omlin, David von Ballmoos oder Gregor Kobel. Sie haben alle, was Foletti Mutter Natur nennt: Talent.

Das ist wesentlich, um nach oben zu kommen, aber es braucht mehr, und in der Schweiz bekommen die Torhüter das, indem der Verband und die Vereine ein engmaschiges Ausbildungsmodell geschaffen haben. Die Spieler werden intensiv und nach einem einheitlichen Konzept gefördert. Es ist auch einfacher, im Training mit einem Goalie zu arbeiten, da stehen zwei, vielleicht drei auf dem Platz, die Betreuung und Arbeit ist intensiver als zum Beispiel bei Offensivspielern, wo gleichzeitig sechs, acht, neun Spieler beschäftigt werden müssen.

Mentale Kraft als Schlüsselfaktor

Was Sommer bei Borussia Mönchengladbach und Bürki bei Borussia Dortmund gelernt haben, ist der Umgang mit den Emotionen. Es geht dabei um die Einflüsse von aussen, um den Druck, die Erwartungshaltung, um die 80'000 Zuschauer, die in einem Stadion sind, um den Umgang mit Erfolg und Misserfolg. Um damit fertig zu werden, profitieren Sommer und Bürki von der Arbeit mit einem Mentaltrainer. Torhüter brauchen mental die Kraft, sich auf den einen entscheidenden Moment konzentrieren zu können, sie können 90 Minuten keinen Fehler machen und in der 91. Minute doch noch die Niederlage verschulden.

Bei einem Stürmer ist das umgekehrt, er kann 90 Minuten nichts treffen, in der letzten Minute gelingt ihm das Siegtor. Mit dieser Konstellation muss ein Torhüter fertig werden. Sommer und Bürki beherrschen das. Beide sind in dem Alter, das für einen Torhüter perfekt ist: Mit ihren rund 30 Jahren besitzen sie die Erfahrung, die es in ihrem Beruf braucht.

Sie haben noch immer einige Jahre, um auf diesem Niveau zu bestehen. Und dahinter drängen die nächsten nach, Omlin, Mvogo, Kobel und Von Ballmoos, auch Racioppi (Lyon) und Köhn (Salzburg). Foletti sagt darum schon einmal: «Für die nächsten 15, 20 Jahre sind wir gut aufgestellt.»

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