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Produkte im TestWir haben Samsungs viele Neuheiten ausprobiert

Handys, Tablets, Uhren und Kopfhörer: Die neusten Geräte der Südkoreaner sollen uns vergangene Schwächen vergessen lassen – und Apple Konkurrenz machen.

Samsung hat mit Bronze eine neue Lieblingsfarbe gefunden. Aber es gibt die Neuheiten natürlich auch in weniger auffälligen Farben.
Samsung hat mit Bronze eine neue Lieblingsfarbe gefunden. Aber es gibt die Neuheiten natürlich auch in weniger auffälligen Farben.
Foto: Rafael Zeier

Kaum sind die Sommerferien vorbei, geben die Technikkonzerne Vollgas. Das müssen sie auch, wollen sie das lukrative Weihnachtsgeschäft nicht verpassen oder der Konkurrenz überlassen. Von den grossen Konzernen ist Samsung am ungeduldigsten. Jeweils schon im August stellt der südkoreanische Konzern zahlreiche Neuheiten vor.

Letzte Woche waren es gleich fünf. Vier davon haben wir inspiziert:

Galaxy Note 20 (Ultra)

Das Galaxy Note hat einst grosse Smartphones populär gemacht und diente Samsung als Tech-Demo. Allerhand neue (und abenteuerliche) Technologien haben in dem Modell Premiere gefeiert. Etwa zur Seite hin gebogene Bildschirme. Dieses Jahr gibt es wieder zwei Varianten: das Note 20 Ultra (1279 Franken) mit allem technischen Schnickschnack und das etwas abgespeckte Note 20 (1029 Franken). Bei Letzterem verbaut Samsung leicht billigere Technik, und die Rückseite ist aus Plastik statt Glas. Beide haben aber einen Stift und 5G.

Erster Eindruck: Samsung hat uns ein Note Ultra ausgeliehen. Das Gerät wirkt gewohnt hochwertig, und der Bildschirm ist Samsung-typisch sehr gut. Schliesslich sind Bildschirme eine Kernkompetenz des Konzerns. Selbst Apples iPhones nutzen sie. Bei der Kamera hat Samsung auf die Kritik am Galaxy S20 Ultra reagiert und den Fokus verbessert sowie den Zoom eingeschränkt. Konnte man beim S20 Ultra von diesem Frühjahr bis zu 100-fach zoomen (was zu grässlichen Fotos geführt hat), ist jetzt nur noch 50-fach möglich. Aber schon nach der kurzen Zeit mit der Kamera zeichnet sich ab, mehr als 20-fach sollte man auch mit dem Note 20 nur in Notfällen zoomen.

Galaxy Buds Live

An drahtlosen Kopfhörern führt heute kein Weg mehr vorbei. Schliesslich gibt es immer weniger Handys mit einem Anschluss für Kopfhörerstecker. Samsung hat schon zahlreiche Modelle auf dem Markt. Das neuste heisst Galaxy Buds Live (199 Franken) und überrascht mit einem bohnenförmigen Aussehen. Zum ersten Mal bieten die Kopfhörer auch Lärmunterdrückung.

Erster Eindruck: Das Design ist ein Hingucker, und gerade die glitzernden Bronzekopfhörer dürften verwunderte Blicke auf sich ziehen. Allerdings ist es ziemlich gewöhnungsbedürftig, die Kopfhörer ins Ohr zu stecken. Beim ersten Versuch habe ich sie falsch herum eingesetzt. Beim kurzen Testhören gefiel der Klang. Bei der Lärmunterdrückung bin ich etwas skeptisch. Die wirkte etwas schwach.

Galaxy Tab S7+

Während andere Hersteller im Android-Lager und selbst Google scheinbar jedes Interesse an Tablets verloren haben, stellt Samsung regelmässig neue vor. Das neue Tab S7 gibt es in zwei Grössen: 11 und 12,4 Zoll. Das kleinere S7 kostet mindestens 679 Franken und das grössere S7+ mindestens 879 Franken. Vom grösseren Modell gibt es zudem auch eine Variante mit 5G.

Erster Eindruck: Schon in der Vergangenheit hat bei Samsung-Tablets die Hardware immer sehr gut gefallen. Gerade wer zwischendurch auch gerne Filme schaut, wird sich freuen, dass der Bildschirm etwas breiter als beim iPad ist. Mit einer optionalen Tastatur wird das Tablet zum Laptop. Besonders löblich: Anders als bei der Konkurrenz kostet der Stift nicht extra. Ein ausführlicher Test wird zeigen, wie sehr Samsungs auf den ersten Blick tolles neues Tablet von Android und den kaum für Tablets optimierten Apps ausgebremst wird.

Galaxy Watch 3

Anders als beim Tablet hat Samsung bei den Uhren schon vor Jahren mit Google gebrochen und setzt auf ein eigenes Betriebssystem mit eigenen Apps. So auch die neue Galaxy Watch 3. Die Uhr gibt es in zwei Grössen 41 mm (429 Franken) und 45 mm (459 Franken). Von beiden Modellen gibt es gegen einen Aufpreis Varianten, die auch ohne verbundenes Smartphone ins Handynetz können. Abgesehen vom etwas eleganteren Design (leichter und dünner) muss man genau hinschauen, um Unterschiede zum Vorgänger zu finden. Vor allem im Fitness- und Gesundheitsbereich gibt es Neuerungen. So kann die Uhr nun den Sauerstoffgehalt im Blut messen und (wie die Apple Watch) bei Stürzen Hilfe anfordern.

Erster Eindruck: Da ich die Uhr noch nicht in echt gesehen und vor allem anprobiert habe, kann ich nicht beurteilen, wie viel die dünnere Bauart und das geringere Gewicht ausmachen. Dass der Akku in der Folge der Schlankheitskur nun nur noch zwei statt vier Tage halten soll, ist für mich kein Drama. Von der Apple Watch bin ich das seit Jahren gewohnt. Wirklich hilfreich wären ein paar Wochen oder ein Monat. Aber ein paar Tage mehr oder weniger machen in meinem Alltag keinen Unterschied. Im Gegenteil: je unregelmässiger die Ladepausen, desto höher das Risiko, dass ich das Laden vergesse.

Galaxy Z Fold 2

Schliesslich hat Samsung auch das nächste Handy mit Faltbildschirm angekündigt. Das Galaxy Z Fold 2 (was für ein Name!) wurde aber nur gezeigt. Weitere Details will der Konzern erst am 1. September verraten. Dann soll auch der Vorverkauf starten.

Erster Eindruck: Der spätere Start des neuen Fold ist ein geschickter Schachzug, um den anderen Geräten nicht die Show zu stehlen. Denn das neue Fold dürfte einmal mehr für Schlagzeilen sorgen. Mit jedem neuen Falthandy wird die Technologie alltagstauglicher und dürfte mehr Menschen begeistern. Anhand der Bilder sieht man schon, dass Samsung beim Design nachgebessert hat. Der Aussenbildschirm ist nicht mehr winzig, und der Innenbildschirm wird nicht mehr von einer gigantischen Kamera in der einen Ecke beschnitten. Insgesamt wirkt das Design aufgeräumter und weniger technisch als beim Vorgänger (Begeisterung und Panik: Das Galaxy Fold im Alltagstest). Billig dürfte aber auch das neuste Fold nicht werden. Ein Preis um 2000 Franken wäre keine Überraschung. Schliesslich ist die Herstellung von Faltbildschirmen immer noch ausgesprochen komplex und kostspielig.