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Corona-Demo in Berlin«Wir sind die zweite Welle»

In der deutschen Hauptstadt gehen 20’000 gegen die Covid-Beschränkungen auf die Strasse. Ohne Mundschutz, ohne Abstand. Mit Staunen blickt die Welt auf das, was da gerade passiert.

Sind wahlweise gegen Impfungen, Club-Schliessungen oder die Juden: Corona-Demonstranten in Berlin.
Sind wahlweise gegen Impfungen, Club-Schliessungen oder die Juden: Corona-Demonstranten in Berlin.
Foto: Felipe Trueba (Keystone)

Wer gerade aus gutem Grund Situationen meidet, in denen sehr viele Leute auf sehr engem Raum zusammenstehen und herumschreien, der ist am Samstag in Berlin eindeutig zur falschen Zeit am falschen Ort. Tausende haben sich auf der Strasse des 17. Juni versammelt, ohne Masken, ohne Abstand, sie rufen: «Widerstand! Widerstand!» oder «Wir sind die zweite Welle». Viele hier sind überzeugt davon, dass es Corona gar nicht gibt. Oder sie glauben, dass es eine leichte Erkrankung ist, die von der Regierung benutzt wird, um Panik zu schüren und Menschen zu manipulieren. Die mittlerweile 690'000 Corona-Toten weltweit? Für die meisten Leute hier: pure Übertreibung.

Warum die deutsche Regierung und all die anderen Regierungen das tun sollten, ist eine andere Frage. Die Menschen, die seit dem Vormittag durch Berlin ziehen, haben unterschiedlichste Themen. Es gibt Impfgegner, Leute mit T-Shirts, auf denen «Merkel muss weg» steht, Reichsbürger, schwarz-weiss-rote Fahnen werden geschwenkt, da sind Menschen, die antisemitische Parolen vor sich hertragen, AfD-Anhänger, Gegner von Rundfunkgebühren, Leser des Magazins Compact, das vom Verfassungsschutz als rechtsextremer «Verdachtsfall» eingestuft ist. Aber da sind auch ältere Damen aus Süddeutschland mit Peace-Abzeichen, junge Leute aus Berlin, die gegen die Schliessung der Clubs sind. Und ein Mann, auf dessen Schild steht: «Jesus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben».

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