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TV abgestellt, Arrest im BunkerSo werden Häftlinge im Gefängnis schikaniert

Viele Gefangene erleben Machtspiele und Gewalt durch Aufseher. Bankräuber Hugo Portmann sagt: «Damit macht man die Leute kaputt.» Fachleute fordern mehr Rechtsschutz.

«Man fühlt sich ausgeliefert»: Ohnmachtsgefühle sind gerade bei Langzeitinsassen häufig.
«Man fühlt sich ausgeliefert»: Ohnmachtsgefühle sind gerade bei Langzeitinsassen häufig.
Illustration: Benjamin Güdel

Der dunkelhäutige Gefangene A. kommt fünf Minuten zu spät aus dem Ausgang zurück. Der Bus sei verspätet gewesen, gibt er an. Doch der Aufseher glaubt Alkohol zu riechen. «Lügen Sie nicht», sagt er zu A., «wir sind hier nicht in Afrika!» Als sich A. beschwert, kassiert er drei Tage Arrest im sogenannten Bunker. Begründung: Er habe einen Aufseher zu Unrecht beschuldigt.

Der Gefangene B. wird in der Werkstatt immer wieder von einem Mitgefangenen beleidigt. Schliesslich schmeisst B. seinem Peiniger verärgert einen Schraubenschlüssel vor die Füsse. Der Vorfall wird in der Akte von B vermerkt – ohne Vorgeschichte, angehört wird B. nicht. Die Akte dient später als Grundlage, um die Rückfallgefahr des Gefangenen zu beurteilen.

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