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24-Jährige kauft Schreinerei Die grossen Pläne der jungen Olivia Hofmann Von Lucia Theiler, sda Hintergrund

Als bekannt wurde, dass die Schreinerei Strickler in Wohlen AG zum Verkauf steht, hat Olivia Hofmann schnell gehandelt.

Sie hat zum Telefon gegriffen, angerufen, sich das Unternehmen angesehen und innerhalb von 48 Stunden entschieden, zuzupacken. Ganz ohne Geld. «Für mich stand der Grundsatzentscheid im Vordergund. Ist der Wille da, kann es am Kapital nicht scheitern», sagt die 24-Jährige. Es handle sich auch um über eine überschaubare Summe von 50'000 Franken, wovon vor allem der Maschinenpark ins Gewicht fällt. «Es sind die perfekten Maschinen, um mit einer Möbelschreinerei zu starten», so Olivia Hofmann. Als erstes will sie ihre eigene Möbellinie herausbringen. Nach der Übernahme wird sie das Unternehmen umfirmieren in «O.HO die möbelschreinerei». Auf einen Kundenstamm wird sie nicht zählen können. Doch hat sie bereits eine Liste von potenziell Interessierten und konkrete Bestellungen für ihre eigene Möbellinie. Diese hat die gelernte Schreinerin bereits entworfen und zum Thema ihrer Diplomarbeit an der Höheren Fachschule für Technik und Gestaltung HFTG Zug gemacht. Dort liess sie sich in vier Semestern ausbilden zur Einrichtungsgestalterin, lernte nebst gestalten auch planen und rechnen. Die Verhandlungen mit Banken hat sie sich darum alleine zugetraut. «Ich ging zuerst ohne wirkliche Hoffnung zu den Grossbanken, um zu üben», sagt sie. Zwar sei ein Entscheid noch nicht gefallen, doch rechnet sie sich eher bei regionalen Instituten Chancen aus. Sie stehe finanziell auch nicht sehr unter Druck - nebst privater Unterstützung kann sie auf das Entgegenkommen des Verkäufers zählen, der zu Ratenzahlungen bereit ist. Um den Businessplan dennoch sauber aufzustellen, hat sie Förderstellen des Kantons Aargau aufgesucht und praktische Hilfen bekommen. Zudem hat sie am am Gewerblich-Industriellen Bildungszentrum Zug (GIBZ) den Entrepreneurship-Kurs besucht. «Interessant waren für mich vor allem die vielen Firmenbesuche. Das machte mir Mut. Auch andere haben jung angefangen.» Zwar war für sie seit der Lehre klar, dass sie später selbstständig sein würde. Der Unternehmergeist liegt auch in der Familie; der Vater betreibt ein KMU in der Baubranche, die Mutter führte einst eine Gaststätte, den Grosseltern gehörte eine Käserei. Zwischendurch hege sie dennoch Zweifel. «Aber mit 30 oder noch älter wage ich den Schritt sicher nicht mehr», ist sie sich sicher. Und fragt man, was denn in ein paar Jahren sein wird, ist immerhin das nächste Jahr klar und ambitiös skizziert. «Verkauf der eigenen Linie über Grosshändler, zwei Angestellte, wovon eine Frau.» Die Vorhaben in fünf oder zehn Jahren sind indes noch unklar. Vielleicht eine zweite und dritte Schreinerei, wahrscheinlich im Kanton Obwalden, weil der Freund da wohnt und vielleicht in der Westschweiz. «Weil es dort sicher auch schön ist.» Notiz an die Redaktion: Es sind Bilder von Keystone vorhanden

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