Airbnb will Schweizer Berggebiete erobern

Gemeinden sollen für den Hotelier-Schreck Werbung machen. Schweiz Tourismus lehnt eine Kooperation nicht ab – unter einer Bedingung.

Wo Airbnb aktiv werden will, ist noch nicht bekannt: Zermatt, mit dem Matterhorn im Hintergrund (15. April 2015).

Wo Airbnb aktiv werden will, ist noch nicht bekannt: Zermatt, mit dem Matterhorn im Hintergrund (15. April 2015). Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Der Online-Wohnungsvermittler Airbnb will mit Schweizer Ski- und Wandergebieten Partnerschaften eingehen, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Auch eine Kooperation mit dem Dachverband Schweiz Tourismus plant die amerikanische Webseite, die seit der Gründung 2008 bereits 35 Millionen Übernachtungen registrieren konnte – davon 20 Millionen allein im letzten Jahr. Damit hat sich Airbnb innert kürzester Zeit zum grössten Schreck der Hoteliers entwickelt.

Europa-Chef Christopher Cederskog sieht in der Schweiz ein grosses Wachstumspotenzial, vor allem auf dem Land. Airbnb habe sich bisher zu wenig um die Schweiz gekümmert. Dies will man nun ändern. Airbnb führe derzeit verschiedene Gespräche mit Gemeinden und Tourismusorganisationen in Ski- und Wandergebieten. Oft kämen die Regionen auch von selbst auf Airbnb zu. «Da gibt es viele Privatunterkünfte, die seit Jahren dort stehen, und die Airbnb als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen könnten, um mehr Gäste in die Region zu holen», sagt Cederskog in der «Schweiz am Sonntag».

Man wolle in der Kommunikation zusammenarbeiten. Vorstellbar sei, dass die Gemeinden den Ferienhausbesitzern das Airbnb-Modell erklären und schmackhaft machen. «Und wir liefern ihnen Materialien, die die Vorteile für Gastgeber und Gäste aufzeigen.» Auch Gespräche mit der Dachorganisation Schweiz Tourismus sind laut Cederskog geplant. Mit welchen Orten man in Kontakt ist, will Cederskog noch nicht verraten, «auch weil es für uns ein Pilotprojekt ist.» Im Sommer oder Frühherbst könne er mehr sagen.

Schweiz Tourismus: Gleiche Rahmenbedingungen für alle

Bei Schweiz Tourismus verschliesst man sich Airbnb nicht. Diese neue Form des Unterkunftsangebots entspreche einem Trend und sei beim Verband ein Thema, sagt Sprecherin Daniela Bär in der „Schweiz am Sonntag“. Eine Kooperation mit Airbnb könne möglich und sinnvoll sein, allerdings nur «wenn für Airbnb die gleichen Vorgaben und Rahmenbedingungen gelten wie für die anderen kommerziellen Anbieter.»

Airbnb zählt in der Schweiz rund 7400 Inserate, am meisten in Zürich, Genf, Lausanne, Basel und Bern. 2014 haben über 135 000 Gäste in einer Schweizer Airbnb-Wohnung übernachtet.

Erstellt: 26.04.2015, 10:00 Uhr

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