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Bankbranche laut UBS-Chef Ermotti in historischem Umbruch

UBS-Chef Sergio Ermotti sieht die Bankenbranche in einem historischen Umbruch.

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Der Strukturwandel werde tiefgreifend sein und habe erst begonnen. Hinzu komme die eingetrübte Lage der Weltwirtschaft.

Die bei seinem Amtsantritt vor genau einem Jahr getroffenen Konjunkturerwartungen für 2012 und die nächsten paar Jahre seien bereits vorsichtig gewesen. Sie stellten sich nun aber doch als zu optimistisch heraus, sagte Ermotti am Donnerstag an der Jahresversammlung des Swiss Finance Instituts in Zürich.

Ermotti verwies auf die anhaltende Krise in der Eurozone, die Haushaltsprobleme in den USA, die wirtschaftliche Abkühlung in Schwellenländern wie China und Brasilien und die wieder gestiegenen Spannungen in Nahost. Dies werde auch die exportorientierte Schweizer Wirtschaft belasten, die bereits an der sehr starken Währung leide.

Auch die UBS spürt Gegenwind: Der Risikoappetit der Kunden sei auf dem tiefsten Stand seit vielen Jahren, sagte Ermotti. Hauptanliegen sei derzeit die Vermögenssicherung. Der langfristige Trend verspreche aber dennoch gutes Wachstum für die UBS.

Die Bankenbranche durchlaufe einen Wandel so tiefgreifend, wie ihn die Autoindustrie, die Telekombranche oder die Nahrungsmittel- und Stahlproduzenten erlebten. Laut Ermotti ist die UBS führend in diesem Umbruch.

Nie mehr «Nahtod-Erfahrung»

Verschärfte Auflagen und Regularien wie die Kapitalvorschriften nach «Basel III» sehe er nicht als Problem, sondern als Chance. Bereits erfülle die UBS die Vorgaben von «Basel III» zu einem grossen Teil. Die Bank wolle nie mehr eine «Nahtod-Erfahrung» machen, erinnerte er an die Rettung durch die Eidgenossenschaft und die Schweizerische Nationalbank (SNB) vor vier Jahren

Mit der angekündigten drastischen Verkleinerung und Neuausrichtung der Investment Bank, den Kosteneinsparungen um weitere 3,4 Milliarden Fr. bis 2015 bereite sich die UBS auf die neue Bankenwelt vor. Ihm sei bereits bei seiner Ernennung zum CEO vor einem Jahr klar gewesen, dass der Kapitaleinsatz für die Investment Bank reduziert werden müsse.

Denn die Sparte habe in den Jahren nicht die erwarteten Werte erzielt, sagte Ermotti. Auch sei der angekündigte Abbau von gegen 10'000 Stellen schmerzhaft, aber nötig. Aus den Einsparungen werde die UBS in den nächsten zwei Jahren 1,5 Milliarden Fr. in Wachstum reinvestieren.

Erstellt: 15.11.2012, 19:44 Uhr

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