Die «iPhone slow»-Kurve schnellt wieder in die Höhe

Die neuen iPhones bleiben knapp, und bei den Nutzern der alten Modelle macht sich erneut ein Phänomen bemerkbar, das Vermutungen gegen Apple schürt.

Schlangen vor den Läden so sicher wie Lieferengpässe: Verkaufsstart des iPhone 6.

Schlangen vor den Läden so sicher wie Lieferengpässe: Verkaufsstart des iPhone 6. Bild: Keystone

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Wartefristen von zwei Wochen, im Extremfall auch mal vier – die Lieferknappheit bei der Markteinführung von iPhones gehört dazu wie die Schlangen vor den Apple Stores am ersten Verkaufstag. Dieses Mal sind die Engpässe besonders hartnäckig. Obwohl der Verkaufsstart für die neuen Geräte mittlerweile über fünf Wochen zurückliegt, hat sich die Situation nicht entschärft.

Man erhalte nur sehr kurzfristig von Apple Angaben über den Inhalt der nächsten Lieferung, heisst es etwa bei Swisscom. «Entsprechend können wir keine Prognosen dazu abgeben, wie und wann sich die Liefersituation verbessern wird», sagt Sprecher Olaf Schulze.

Besonders begehrt ist offenbar die Variante mit 64 Gigabyte in Grau und Schwarz. «Das iPhone 6 mit 16 GB hingegen ist bereits im freien Verkauf in unseren Swisscom-Shops erhältlich», sagt Schulze.

Post führt bei allen Modellen Wartelisten

Anders sieht es bei der Post aus. Dort gibt es auch bei diesen Modellen noch eine Warteliste. «Wir sagen lieber nichts Genaues, sonst enttäuschen wir die Kunden nur», sagt eine Postangestellte in Zürich. Am Hauptsitz in Bern bestätigt Sprecher Bernhard Bürki, dass die Nachfrage sehr gross sei. Was aber auch damit zu haben kann, dass sich die Post erst allmählich als iPhone-Verkäufer in der Wahrnehmung der Kunden etabliert.

Der grösste Schweizer Onlinehändler Digitec kann die Nachfrage nach iPhones in den Varianten mit 16 und 128 Gigabyte derzeit offenbar gut abdecken. «Knapper ist die Verfügbarkeit bei der 64-GB-Version. Aber auch hier gehen wir davon aus, dass sich die Situation in den nächsten Wochen entspannen wird», sagt Sprecher Lino Bugmann.

Hat sich Apple mit der Lancierung gleich zwei neuer iPhone-Varianten übernommen? Apple-Chef Tim Cook sagte anlässlich der Präsentation der Quartalszahlen, es sei anhand der Daten unklar, wann das Angebot an iPhones mit der Nachfrage Schritt halten könne.

Pannen und Nebengeräusche

Oft werden grosse Apple-Markteinführungen von Pannen und Nebengeräuschen begleitet. Dieses Mal war die Aufregung besonders gross. Sie begann mit den Vorwürfen, dass sich die neuen Geräte leicht verbiegen liessen. Gefolgt von den Patzern rund um das neue Betriebssystem iOS 8 und der darauf folgenden Updates.

Mittlerweile hat Apple die überarbeitete Version iOS 8.1 zum Download freigegeben. Doch mehren sich auch dazu Meldungen über Probleme: häufigere App-Abstürze, Probleme mit WLAN-Verbindungen. Mittlerweile ist in diversen Foren von Problemen zu lesen.

«iPhone slow»-Phänomen taucht wieder auf

Ein weiteres Phänomen, das die Einführung neuer iPhones begleitet, sorgte Ende Juli für Schlagzeilen. Harvard-Professor Sendhil Mullainathan beschrieb in seiner Kolumne in der «New York Times», wie er jeweils das Gefühl habe, sein altes Gerät werde langsamer, wenn ein neues iPhone auf den Markt gekommen ist.

Eine seiner Doktorandinnen fand heraus, dass Mullainathan mit seinem Verhalten nicht allein ist. Nach der Markteinführung neuer iPhone-Modelle häufen sich bei Google Suchabfragen mit «iPhone slow».

Der Verdacht: Apple bremst mittels Software-Updates die alten Geräte aus. Klar nimmt Apple zu solchen Vorwürfen keine Stellung. Augenfällig ist aber, dass sich bei Google das Phänomen erneut nachweisen lässt (siehe Grafik). Interessant ist, dass in diesem Jahr die Suchabfragen bereits im Juli begannen anzuziehen. Gut möglich, dass der Medienwirbel nach der Veröffentlichung des Professors dafür verantwortlich ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.11.2014, 14:13 Uhr

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