Einkaufstourismus: Der Boom ist gestoppt

Schweizer geben zwar weiterhin jedes Jahr Milliarden im grenznahen Ausland aus. Laut einer Studie der Credit Suisse wird die Schweiz aber wieder attraktiver.

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Der Einkaufstourismus dürfte in diesem Jahr voraussichtlich auf sehr hohem Niveau stagnieren. Dies schreibt die Grossbank Credit Suisse in ihrer gestern veröffentlichten Studie zum Detailhandel. Nachdem die Einkäufe von Schweizern im grenznahen Ausland in den letzten Jahren sehr stark angestiegen seien, habe sich die Situation zuletzt beruhigt. Es stelle sich allmählich «ein hohes Gleichgewicht» ein.

Für den Einkaufstourismus in Deutschland belegt dies die Statistik der Ausfuhrbescheinigungen, welche Schweizer beim deutschen Zoll abstempeln lassen, um die Mehrwertsteuer zurückfordern zu können. 2012 und 2011 nahm die Zahl dieser sogenannten grünen Zettel um 22 beziehungsweise 39 Prozent zu. In den ersten neun Monaten von 2013 nur noch um 2,5 Prozent. Für die übrigen Nachbarländer liegen keine vergleichbaren Daten vor. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben dürften auch die sinkenden Preise im Schweizer Detailhandel. Die Preisdifferenz zur EU ist zwar für viele Warengruppen noch immer gross. Sie nimmt jedoch langsam ab.

Rund neun Milliarden fliessen ins Ausland

Der Einkaufstourismus sei für die Branche allerdings weiterhin sehr schmerzhaft. Eine Studie des Instituts GFK, die auf Umfragen basiert, kam für 2012 zum Schluss, dass total rund neun Milliarden Franken aus der Schweiz in den ausländischen Detailhandel flossen. 4,5 Milliarden allein ins grenznahe Ausland. Der Rest entfiel auf Online-Einkäufe sowie Einkäufe auf Ferien- und Geschäftsreisen.

Insgesamt haben sich die Aussichten für den Schweizer Detailhandel allerdings verbessert. Die Credit Suisse kommt in ihrer Studie zum Schluss, dass die Umsätze 2014 um 1,5 Prozent zulegen werden, nachdem sie im letzten Jahr lediglich um 0,5 Prozent gewachsen waren. Die besseren Wirtschaftsaussichten im In- und Ausland sprächen dafür, dass sich die Konsumentenstimmung weiterhin verbessern werde.

Hoffen auf die Fussballweltmeisterschaft

Zudem würden einige bremsende Faktoren womöglich wegfallen, die das vergangene Jahre vermiest hätten. So hatte beispielsweise der miserable Frühling der Einkaufslust auf Sommerkleider arg zugesetzt. Überdies hatten die massiven Preissenkungen der Jahre 2011 und 2012 infolge des starken Frankens zum Kauf von dauerhaften Gütern wie Möbeln oder Haushaltsgeräten geführt.

Dies bremste den Absatz im vergangenen Jahr, sollte nun aber nicht mehr so stark zu Buche schlagen. Auch die Fussballweltmeisterschaft habe durchaus das Potenzial, die Konsumentenstimmung kurzfristig zu erhöhen.

Gemäss der Umfrage von Fuhrer & Hotz im Detailhandel und in der Zulieferindustrie zeigt sich viel Zuversicht für das neue Jahr 2014. Drei Viertel der Unternehmen planen mit einem höherem Umsatz und gut die Hälfte mit mehr Gewinn. (ldc/sda)

Erstellt: 08.01.2014, 10:39 Uhr

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