Es wird weiter fleissig gebaut

In der Schweizer Bauwirtschaft läuft es rund. Trotzdem besteht das Risiko eines Überangebots.

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Die Zeichen in der Schweizer Bauwirtschaft sind weiter positiv. Obwohl der Bauindex im vierten Quartal stagnierte, zeigt sich verglichen mit dem Vorjahr ein solides Wachstum von 5,8 Prozent. Auch dürfte sich diese positive Entwicklung bis 2015 fortsetzen.

Der Bauindex hielt sich mit 140 Punkten auf dem Stand des Vorquartals, wie der Schweizerische Baumeisterverband und die Grossbank Credit Suisse im Schweizer Bauindex festhalten. Dabei zeigten sich alle Bausparten robust.

Die Hochbausparte etwa verharrte bei hohen 116 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 4 Prozent, wie dem am Mittwoch publizierten Index weiter zu entnehmen ist. Haupttreiber bleibe der Wohnungsbau mit vollen Auftragsbüchern und vielen im Bau befindlichen Wohnungen.

Hohe Bauvolumen bis 2015

Parallel dazu verläuft die Entwicklung des Tiefbaus. Der Index stagnierte auf hohen 173 Punkten. Der Aus- und Umbau der Infrastruktur laufe auf vollen Touren. Mittelfristig dürfte sich das auch kaum ändern, da die kantonalen Sparübungen die geplanten öffentlichen Bauten – mit ihren langen Planungsphasen – auf längere Sicht nicht beeinträchtigen dürften.

Der Wirtschaftsbau zeigte sich im vierten Quartal leicht rückläufig. Aufgrund der vielen geplanten Dienstleistungsflächen und der absehbaren Erholung der Exportindustrie seien weitere Rückschläge in diesem Sektor unwahrscheinlich, prognostizieren Baumeister und CS.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich Wirtschafts-, Wohnungs- und öffentlicher Bau kapazitätsmässig nicht gegenseitig blockieren. Die Projektierungen seien in allen Bereichen hoch und dürften sich nicht gleichzeitig bewältigen lassen. Das dadurch wachsende Auftragspolster dürfte dem Bauhauptgewerbe bis 2015 hohe Bauvolumen bescheren.

Neubauprojekte für 35 Milliarden Franken geplant

Im Hochbau bleibt das Umsatzniveau gemäss den Prognosen mindestens bis Ende 2014 hoch. Grund dafür sind die Bewilligungen von Neubauprojekten im Umfang von 35 Milliarden Franken. Ausserdem hellten sich die Aussichten für exportorientierte Unternehmen auf. Viele könnten aufgrund der besseren Währungssituation ihre Bauinvestitionen wieder aufnehmen, halten die Baumeister und die CS weiter fest.

Indessen geht die Prognose davon aus, dass Zinsanstiege oder politische Interventionen die Nachfrage im Hochbau ins Wanken bringen könnten. Kombiniert mit der hohen Bautätigkeit besteht dabei das Risiko eines Überangebots.

Der Bauindex wird vierteljährlich von der Credit Suisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband publiziert. Er dient als Frühindikator der Schweizer Baukonjunktur. (czu/sda)

Erstellt: 20.11.2013, 12:03 Uhr

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