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Franken UBS-Präsident: Banken spekulieren nicht gegen Euro Villiger: «Vorwurf absurd»

Die Grossbanken wehren sich gegen den Vorwurf, sie würden auf einen schwachen Euro spekulieren und damit den Franken- Kurs nach oben treiben.

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UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger bezeichnete am Samstag in einem Interview mit der «NZZ» diesen Vorwurf als absurd.

«Der Marktanteil der Schweizer Banken im Handel mit Franken liegt global bei etwa 5 Prozent», sagte Villiger. Die UBS habe keinen Einfluss auf den Wechselkurs.

«Wir müssen Wechselkursgeschäfte für unsere Kunden machen, das ist klar. Und ja, wir weisen darauf hin, dass der Franken vielleicht sicherer ist als andere Währungen. Aber das fällt nicht ins Gewicht», sagte Villiger.

Damit stiess der UBS-Präsident ins gleiche Horn wie Credit-Suisse- Vizepräsident Urs Rohner, der vor zwei Wochen Spekulationsvorwürfe als «kompletten Unsinn» bezeichnet hatte.

«Euro wird überleben»

Villiger zeigte sich überzeugt, dass der Euro überleben werde, «weil - was immer auch passiert - Europa den Euro nicht fallen lassen kann». Europa sei in Bezug auf Wachstum und Verschuldung in einer besseren Position als die USA. «Was die Staatsfinanzen betrifft, steht Kalifornien schlechter da als Griechenland!»

Villiger warnte vor Schadenfreude. Gerade die Schweiz habe von einem stabilen Europa gewaltig profitiert. «Wir können gar kein Interesse an einer Destabilisierung unseres grössten Absatzmarktes haben.»

Die UBS sei in den Ländern mit den grössten Schulden nur moderat engagiert. «Die EU-Banken sind gemäss unserer Einschätzung viel stärker betroffen als wir». sagte Villiger. Aber es könne passieren, dass es bei einem Kollaps zu einer Kettenreaktion komme. Darum müsse das Schuldenproblem zwingend gelöst werden.

Villiger plädierte für die Einführung von Umschuldungsmechanismen. «Es müsste ein von Politikern nicht beeinflussbarer Prozess sein, der automatisch nach dem Überschreiten gewisser Schwellenwerte eingeleitet wird. Das hätte auch eine sehr disziplinierende Wirkung.»

Höhere Boni

Der UBS-Präsident deutete an, dass die Boni in diesem Jahr höher liegen dürften als im Vorjahr: «Einerseits kann ich Ihnen versichern, dass wir keinen Franken zu viel ausgeben wollen. Wir wissen aber, dass der Markt für die besten Leute mindestens gleich hohe, wenn nicht sogar höhere Preise als im Vorjahr bezahlt.»

Wenn man Spitzenleute verliere, verliere man auch deren Teams und deren Kunden. «Sie haben vielleicht einen Lohn eingespart, aber Sie haben ein paar hundert Millionen Gewinn verloren», sagte Villiger.

«Entweder wollen wir erfolgreich dabei sein, oder wir verzichten auf diese Arbeitsplätze in der Schweiz», sagte Villiger. Die hochbezahlten Leute würden nicht verschwinden, aber sie zahlten die Steuern anderswo.

Erstellt: 29.01.2011, 12:10 Uhr

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