MID-Informatik

Handykauf mit grünem Gewissen Von Kurt Haupt, SDA/MID Hintergrund

Wer bei der Neuanschaffung eines Handys auch auf sein grünes Gewissen hört, erhält ein Telefon mit weniger Schadstoffen und tieferem Energiebedarf.

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Schenkt man dem alten Telefon ein zweites Leben, kann man der Umwelt ebenfalls einen grossen Dienst erweisen.

Weltweit werden jährlich weit über eine Milliarde Handys verkauft. Allein in der Schweiz zählte das Bundesamt für Kommunikation im Jahr 2009 über 9,3 Millionen Handys. Dieser Handyboom endet längerfristig in einem riesigen Berg von Elektronikschrott.

Wer also mit einem neuen Handy liebäugelt, täte aber gut daran, auch die Ökologie zu berücksichtigen. In der Vergangenheit scheinen die Konsumenten aber den Grün-Faktor ihrer neuen Telefone eher vernachlässigt zu haben. So gibt es beispielsweise seit Jahren von Samsung zwei Öko-Modelle, deren Akku sogar über Solarzellen aufgeladen werden kann.

In der Schweiz sind solche Solarmodelle aber praktisch nur über Internetshops erhältlich. Andere Handy-Hersteller bewerben ihre Öko- Linien mit neuen Modellen. Bei Sony Ericsson soll das Label GreenHeart die Herzen der Umweltbewussten höher schlagen lassen.

Das Modell Elm wird beispielsweise aus wiederverwertetem Kunststoff und mit minimaler Schadstoffbelastung hergestellt und sparsam in Wiederverwertbares verpackt. Das mitgelieferte Ladegerät verbraucht im Standby nur noch 0,03 Watt. Zum Vergleich: Apples iPhone-Lader verheizt beim Nichtstun 0,25 Watt.

Rangliste der grünsten Telefone

Bei der Wahl eines ökologischen Mobiltelefons helfen Vergleichsberichte von Umweltorganisationen. So hat beispielsweise Greenpeace in ihrem Bericht «Green electronics survey 2011» die Ökobilanz von Mobiltelefonen untersucht. Bei den einfacheren Geräten siegte das Samsung GT-S7550 (Blue Earth).

Auf den nächsten Plätzen finden sich die Modelle Sony Ericsson Elm, LG Electronics GD510, Nokia X3-02 und Motorola A45 Eco. Bei den luxuriöseren Smartphones schafften es die Geräte Sony Ericsson Aspen , Nokia N8-00 und Samsung GT-S8500 auf die ökologischen Podestplätze.

Beim Kauf eines neuen Mobiltelefons kann man sich und seiner Umgebung zusätzlich einen Gefallen tun, wenn man ein Modell mit möglichst tiefer Specific Absorption Rate (SAR) kauft. Je tiefer dieser Wert ist, desto weniger elektromagnetische Strahlung gibt das Telefon beim Plaudern ab.

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz hat im Dezember 2010 letztmals die Tabelle mit über 1400 Modellen aktualisiert. Die Werte reichen dabei von 0,102 bis zu 1,8. Das deutsche Umweltlabel «Blauer Engel» empfiehlt einen maximalen SAR-Wert von 0,6.

Das ansonsten «grüne Handy» Sony Ericsson Elm patzt in dieser Disziplin übrigens mit einem Wert von 1,24. Bei den Smartphones glänzt das Samsung GT-i9000 (SAR 0,30) im Vergleich zum iPhone 4 (SAR 0,93).

Um mehr Ökologie bei den Mobiltelefonen kümmert sich auch die Europäische Union. Sie will die Unsitte abschaffen, dass sich Konsumenten mit jedem neuen Handy wieder ein neues Ladegerät mit anderem Stecker anschaffen müssen. In einer neuen Regelung verpflichten sich alle wichtigen Hersteller, ihre zukünftigen Geräte mit einer Ladebuchse im Mini-USB-Format auszustatten. Ein Ladegerät passt dann endlich für alle Handys.

Entsorgen statt wegwerfen

Ist man stolzer Besitzer eines neuen Mobiltelefons, gilt es das alte Gerät umwelt- und sozialverträglich zu entsorgen. Grundsätzlich können Mobiltelefone an allen Verkaufsstellen kostenlos zurückgegeben werden. Teilweise werden sie danach aber einfach zerlegt und zermahlen.

Ein zweites Leben für das alte Handy bietet stattdessen die Initiative Solidarcomm, welche von Terre des hommes initiiert wurde. Alte Handys werden dabei in den Verkaufsstellen von Swisscom gesammelt. Noch brauchbare Handys werden so für den Wiederverkauf in Länder mit schwacher Kaufkraft aufbereitet.

Der gesamte Erlös kommt Terre des Hommes zu, die damit wiederum Entwicklungsprojekte fördert. «Studien haben gezeigt, dass Handys der wichtigste Faktor in der Umweltbilanz eines Mobilfunksystems sind», sagt Swisscom-Sprecher Olaf Schulze zu dieser besonderen Art von Recycling. Die Herstellung der Geräte verursache 90 Prozent der ökologischen Belastung.

«Verlängert man also die Lebensdauer der Handy, verbessert das massgeblich die Ökobilanz», so Schulze. Auch der Mobilfunkanbieter Orange engagiert sich bei der Lebensverlängerung von Handys: «Wir motivieren mit Eco Orange die Kunden, uns ihr Handy zurückzubringen und belohnen sie dabei mit einem Einkaufsgutschein von bis zu 250 Franken», erklärt Orange-Sprecherin Therese Wenger. Jedes noch funktionstüchtige Handy werde von Partnerfirmen aufbereitet und in anderen Märkten wieder verkauft.

Erstellt: 18.01.2011, 08:56 Uhr

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