Ikea will eine Online-Plattform für Möbel lancieren

Der schwedische Möbelhändler eifert Amazon und Alibaba nach – sogar ein gemeinsamer Shop mit der Konkurrenz ist denkbar.

Der Onlinehandel soll für Ikea wichtiger werden: Eine Kundin in der Madrider Filiale.

Der Onlinehandel soll für Ikea wichtiger werden: Eine Kundin in der Madrider Filiale. Bild: Susana Vera/Reuters

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Der US-Onlineriese Amazon hat es vorgemacht, nun zieht Ikea nach. Der schwedische Konzern will eine Plattform lancieren, auf der eigene Produkte und auch solche von Konkurrenten verkauft werden. Dies berichtet die «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig). Das Unternehmen will damit auch Marktplätzen wie demjenigen des chinesischen Unternehmens Alibaba nacheifern.

Ikea lote aus, welche Möglichkeiten zwischen einer dominanten, grossen, globalen Plattform und einer eigenen Internetseite bestehen, so Torbjörn Lööf, Chef von Inter Ikea, dem Markeneigentümer von Ikea, gegenüber der «Financial Times». Der Modehändler Zalando sei ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. Das Unternehmen sei heute ein wichtiger Marktplatz für Mode und Kleider.

Marktplatz zur Kundenbindung

Noch spreche Ikea nicht mit der Konkurrenz. Doch sei das Unternehmen daran interessiert, an einer gemeinsamen Plattform der Möbelindustrie teilzunehmen. Wir sind immer daran, neue Modelle zu erkunden, so Lööf. Nun erforsche Ikea den Marktplatz, wie die Marke auf anderen Seiten funktioniere und welche Optionen bestehen, um den eigenen Web-Shop zu verbessern, so Lööf.

Über Marktplätze lassen sich verschiedene Aspekte der Inneneinrichtung kombinieren. So liessen sich Online-Communitys zur Einrichtung oder für Heimwerker zusammenbringen. Denn es gehe heute nicht nur um Möbel, sondern auch um Bilder oder den Do-it-yourself-Teil.

Schon seit einiger Zeit spielt Ikea mit dem Gedanken, die eigenen Produkte über die Internetshops von anderen Händlern anzubieten. Derzeit laufen die letzten Tests, bald schon sollen Ikea-Artikel auf einer Onlineplattform eines Dritthändlers verkauft werden. Er denke aber nicht, dass es sich dabei um Amazon handeln werde, so Lööf.

Für Amazon sind Dritthändler sehr wichtig

Mit seinen Plänen für einen eigenen Marktplatz eifert Ikea Amazon nach. In den USA stammen rund die Hälfte der Verkäufe vom Onlineriesen selbst, der Rest kommt von Dritthändlern, die Amazon als Vertriebskanal nutzen. Mehr als 200'000 Händler würden dort schon einen Jahresumsatz von mehr als 100'000 Dollar generieren.

Ikea ist der grösste Möbelhändler der Welt. Das Unternehmen investiert derzeit viel Geld, damit das auch im Zeitalter des Onlinehandels so bleibt. Der Gewinn von Inter Ikea ging im letzten Geschäftsjahr um mehr als 30 Prozent zurück. Er betrug aber noch immer stolze 2,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen soll aber auch schlanker werden. 7500 Stellen im rückwärtigen Bereich wurden gestrichen. Insgesamt beschäftigt die Firma 160'000 Mitarbeitende. In letzter Zeit lancierte Ikea zahlreiche neue Formate, etwa kleine Shops im Stadtzentrum oder Leihmöbel im Abo.

Schweizer Marktplätze im Aufbau

Auch Schweizer Händler werden verstärkt zu Marktplätzen ausgebaut. Digitec Galaxus erweitert das Sortiment fortlaufend um neue Händler. Der zum Migros-Konzern gehörende Onlinehändler verkauft Produkte von Micasa, Melectronics, Do it & Garden, Interio und SportXX.

Nach dem spektakulären Ende von Siroop, einer gemeinsamen Onlineplattform von Swisscom und Coop, soll nun Microspot.ch zum Marktplatz ausgebaut werden. Siroop verkaufte die Produkte von zahlreichen Detaillisten, auch von solchen, die selbst keinen Internetshop betreiben wollten. Der Marktplatz blieb aber hinter den Erwartungen von Swisscom und Coop zurück und wurde daher vor einem Jahr geschlossen. Der Verlust belief sich auf rund 140 Millionen Franken.

Erstellt: 13.02.2019, 20:23 Uhr

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