«Jetzt beginnt die Ära der Whistleblower»

Rudolf Elmer, Schweizer Whistleblower der ersten Stunde, fühlt mit dem Informanten in der Hildebrand-Affäre. Er selbst litt auch unter einer posttraumatischen Belastung.

«Eine massive Belastung für den Informanten»: Interview mit Rudolf Elmer, Schweizer Whistleblower der ersten Stunde.
Video: Reuters

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«Das ist eine massive Belastung für ihn. Wenn er die Folgen hätte abschätzen können, hätte er sich die ganze Sache wohl zweimal überlegt.» Trotzdem hält es Elmer für wichtig, zu seiner Meinung zu stehen und Zivilcourage zu zeigen: «Leider ist dies etwas, das in der heutigen Zeit verloren gegangen ist.»

Für die Schweizer Banken sieht Elmer zudem ein steigendes Risiko: «Unter Berücksichtigung der Wirtschaftslage ist es gut vorstellbar, dass es weitere Fälle von Whistleblowern geben wird.» Diese könnten laut Elmer auch aus Wut oder Rache handeln und die Informationen anonym weitergeben.

Nachdem er selbst als Datendieb angeprangert wurde, durchlebte Rudolf Elmer eine posttraumatische Belastung. Der Ex-Banker geriet 2005 als Whistleblower in die Schlagzeilen. Zudem überreichte er Julian Assange, dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, medienwirksam zwei CDs, auf denen Angaben von mutmasslichen Steuersündern gespeichert sein sollen. Er wurde der Verletzung des Bankgeheimnisses angeklagt. Sein Fall wird momentan von der Zürcher Staatsanwaltschaft bearbeitet.

Erstellt: 09.01.2012, 21:36 Uhr

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